London und Martine Tovee von der Newcastle University http://www.ncl.ac.uk glauben, dass allerdings auch biologische Faktoren am Werk sind. "Kognitive Wahrnehmung, Antrieb und Interessen sind von der Physiologie, den Blutzuckerwerten, dem Hormonstatus abhängig. Und diese Werte stehen wiederum in engem Zusammenhang mit dem Hunger."

In einem Versuch, bei dem die Probanden auf einer Skala zuerst ihren Hungergrad eintragen mussten und danach 50 verschiedene Frauen und in eng anliegenden Kleidern oder Leggings beurteilten, fiel das Urteil sehr deutlich aus: Hungrige Männer bevorzugten molligere Frauen. "Das macht deutlich, wie sehr die Physiologie unsere Empfindungen und Denkprozesse beeinflusst", so der Psychologe. Das Ergebnis spiegle zudem folgende Tatsache wider: In mageren Zeiten werden die molligeren Frauen zum Ideal.

Eines räumen die Forscher jedoch ein: In Zeiten, in denen immer mehr Menschen Mahlzeiten auslassen und teilweise immer hungriger werden, gebe es eine Verschiebung der Präferenzen. Umgekehrt wollen die Wissenschaftler nun untersuchen, wie Frauen auf Männer reagieren. Tovee kann sich vorstellen, dass dieses Bild sich stark von dem der Männer unterscheide. "Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge ist die Fähigkeit von Frauen, den eigenen, aber auch den Body-Mass-Index BMI eines anderen zu beurteilen, davon abhängig, wie sie sich selbst sieht." In diesen Untersuchungen könnte sich auch ein Schlüssel zur Bekämpfung von Essstörungen, aber auch von Fettleibigkeit finden lassen. "Wenn wir in einer Gesellschaft leben, in der alle anderen dick sind, wird unsere Vorstellung des normalen Körpergewichts wahrscheinlich verändert", so der Forscher.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.pressetext.at)




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