Was heisst eigentlich BMI?

 
Was heisst eigentlich BMI?Der "body-mass-index" (BMI) berechnet sich so: Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch Körpergrösse in Metern im Quadrat (gilt ab dem 16.Lebensjahr). 

Normal- oder Übergewichtig?

Mit dem BMI scheiden die Ärzte die Menschen in Normalgewichtige und Übergewichtige. Ab 25 gilt man als übergewichtig. Wer einen BMI von über 30 hat, gilt gemäss Weltgesundheits- Organisation gar als adipös, zu deutsch: krankhaft fettleibig.
Ein optimaler BMI liegt zwischen 19 und 25. Es ist aber nicht so klar, wo die Grenze zwischen gesundem und ungesundem Körpergewicht liegt.  Und das überrascht, wenn man bedenkt, dass Übergewichtige schon fast wie Aussätzige behandelt werden. Unstrittig in der Praxis ist nur, dass ein BMI unter 25 erfreulich ist und dass bei 40 die Alarmstufe Rot beginnt. Dazwischen herrscht Verwirrung.Zum Beispiel ist auch eine leichte Zunahme des BMI bei zunehmenden Alter normal:
19-24 Jahre: BMI 19-24; 25-34 Jahre: BMI 20-25; 35-44 Jahre: BMI 21-26; 45-54 Jahre: BMI 22-27; 55-64 Jahre: BMI 23-28 und über 65 Jahre: BMI 24-29... vielleicht...

Wenn die Person gleichzeitig einen hohen Blutdruck, Zucker, Arthrose oder erhöhte Cholesterinwerte hat, empfehle ich, das Gewicht zu reduzieren. Ab einem BMI von 30 empfehle ich auf jeden Fall abzunehmen. Anders formuliert: Man kann nicht Schwarz-Weiss-Malen und sagen: bis 25 ist jemand gesund, und ab 25 ist jemand krank. Der Body mass Index ist nicht in jedem Fall ein zuverlässiges Mass für die Fettmasse - er ist keine heilige Kuh. Wenn jemand fünf bis zehn Kilo Übergewicht hat, sonst aber gesund ist und sich regelmässig bewegt, muss er nicht abnehmen. Vorausgesetzt - wieder -, seine Eltern oder Geschwister haben keinen Zucker (Diabetes) oder hohen Blutdruck.  Bei Kindern ist das ganze wieder ganz anders und auch noch geschlechts- und altersspezifisch: Perzentilkurve für Knaben + für Mädchen.  In letztere Zeit sind mehrere Studien dazu erschienen:
  • Wohlfühlgewicht? In die Empfehlungen an adipöse Menschen müssen wir wie auch sonst der Evidenz verpflichtet bleiben. Ist die isolierte Adipositas (d.h. ohne sonstige kardiovaskuläre Risikofaktoren) für die Lebenserwartung von Bedeutung? Es hat sich gezeigt, dass hier nur ein minimaler Einfluss besteht; praktisch lohnt sich hier ein grosser Aufwand zur Gewichtsreduktion kaum. Es kann salopp formuliert werden: Besser ein geringes Übergewicht akzeptieren, und dafür auf "metabolische Fitness" hinarbeiten (Muskelmasse, Muskelstoffwechsel, Fettstoffwechsel). Anders verhält es sich natürlich bei gleichzeitig vorliegenden weiteren Risikofaktoren (Übergewicht als Spitze des Eisbergs): hier ist der Benefit einer Gewichtsreduktion unbestritten.
  • In einer Langzeitstudie wurde der Effekt einer mehrjährigen Kalorienrestriktion auf die Entwicklung von Risikofaktoren für eine Arterienverkalkung beim gesunden Menschen untersucht. Die Resultate sind eindrücklich und sensationell: Der BMI sank von 24,5 auf 19,5. Das LDL-Cholesterin sank um 40%. Die Blutdruckwerte von 132/80mm Hg auf 97/59! Die Intima-Media-Dicke (Gefässwanddicke) der Arteria carotis am Hals war 40% geringer als in der Vergleichgruppe!
  • Übergewicht ist stark verknüpft mit dem Diabetes-2: Bei einem BMI von 29-31 kg/m² ist das Risiko 28mal so hoch wie bei einem BMI <22. Die Prävalenz von bekannten und neuen D2-Fällen liegt unter den Europäern in Manchester bei 20%. In einer prospektiven Studie an rund 85'000 Frauen über 16 Jahre erlaubte die Kontrolle beeinflussbarer Risikofaktoren im Zusammenhang mit Essen, körperlicher Aktivität, Gewicht und Rauchen eine 91proznetige Risikoreduktion - 88% selbst bei familiärer Belastung! In zwei anderen Studien an übergewichtigen Personen brachten Gewichtsreduktion (3-4 kg!) und vermehrte körperliche Aktivität eine Risikoreduktion um 58%!...fast zu gut, um wahr zu sein!
  • Übergewicht und Herzinsuffizienz: Ein Anstieg des BMI um 1 kg/m² steigert das Herzinsuffizienz-Risiko um 5% bei den Männern und 7% bei den Frauen. Obesitas (BMI>30) ist mit einer Verdoppelung des Herzinsuffizienzrisikos assoziert - sei es über die Verbindung mit etablierten Risikofaktoren (Diabetes, Hyperlipidämie, Hypertonie) oder über einen direkt negativen Effekt auf das Myokard. (Eat now, pay later! - Kenchaiah S, et al. Obesity and the risk of heart failure.
  • liberalere Ansicht: Will jemand gleichlang leben lesen Sie weiter




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