Gefahr des Etagenwechsels
Die allergische Rhinitis wird häufig assoziiert mit weiteren Organerkrankungen der Luftwege, wie chronische Sinusitis oder Asthma. In einer aktuellen Zusammenstellung der verfügbaren Literaturdaten wurde gezeigt, dass 19-38% der Patienten mit Rhinitis auch an Asthma leiden. Inn einer prospektive Untersuchung wurden 7.000 Kinder bis in das Erwachsenenalter untersucht, wobei sich ein zweifach erhöhtes Risiko bei allergischer Rhinitis für die Entwicklung von Asthma ergab.Hyposensibilisierung und Etagenwechsel
Mit der Fragestellung der Progredienz der Erkrankung wurden 500 Rhinitispatienten 5 Jahre nachbeobachtet. Man kam zu folgendem Ergebnis: Unter Immuntherapie war das Risiko Asthma zu entwickeln, mit 5% am geringsten, unter Therapie mit Antihistaminika betrug es 12% und 23% unter Placebo.Diese klinischen Daten werden zur Zeit in prospektiven Studien untersucht
Die Indikation für die klassische Subkutane Immuntherapie (SIT) als primäre Therapie für die allergische Rhinitis ist dann gegeben, das die Beschwerden auslösende Allergen zweifelsfrei bekannt ist, eine Allergenkarenz nicht suffizient möglich ist und daher über längere Zeit eine Pharmakotherapie notwendig ist. Die untere Altersgrenze ist etwa bei 6 Jahren anzusetzen. Ob der für alle Beteiligten - in erster Linie aber für den kleinen Patienten - verlockende Therapieansatz der sublingualen Immuntherapie (SLIT) auf Dauer erfolgversprechend ist, müssen noch weitere sorgfältig durchgeführte Studien belegen. In Einzelfällen hochgradig sensibilisierten (Vorschul-) Schulkindern scheint vor einer klassischen Hyposensibilisierung eine SLIT angezeigt.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://gin.uibk.ac.at)


