Sechs Benimm-Regeln für Insektengift-Allergiker

 
Sechs Benimm-Regeln für Insektengift-AllergikerAbklären, aufklären, desensibilisieren - so ziehen Sie der Gefahr den Stachel Auf rund 3,3 Millionen (vier Prozent der Bevölkerung) schätzt die deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAI) die Zahl der Insektengift-Allergiker in Deutschland. Rund 4 000-mal jährlich müssen Notärzte bedrohlich erkrankte Opfer stechender Insekten behandeln. 21 Todesfälle verzeichnete das Statistische Bundesamt im Jahr 1999. Tatsächlich dürfte die Zahl von Insektenstichen mit tödlichem Ausgang weit höher liegen, mutmaßt Prof. Bernhard Przybilla, München: "So mancher Todesfall durch einen Insektenstich wird nicht richtig zugeordnet oder fälschlich anderen Ursachen zugeschrieben". Jeden Allergieverdacht penibel abklären

Ausgeprägte allergische Reaktionen auf Insektengift signalisieren immer: Jeder neuerliche Stich einer Biene oder Wespe kann für den Betroffenen tödlich sein! Diese Tatsache lässt für Ring, Präsident der DGAI, nur einen Schluss zu: An die Notfall-Behandlung muss sich in jedem Fall die penible allergologische Abklärung anschließen. Nur sorgfältige Analyse der Vorgeschichte, Intrakutan-Tests sowie Bestimmen der IgE-Antikörper mittels RAST (Radio-Allergo-Sorbent-Test) sichern die Verdachtsdiagnose "Insektengift-Allergie". Liegt eine solche vor, müssen Betroffene sorgfältig darüber aufgeklärt werden, wie sich das Risiko minimieren lässt, von einer Biene oder Wespe gestochen zu werden. Ring rät Allergikern:
  1. Im Sommer nicht barfuß über Wiesen laufen. Vorsicht ist auch im Umfeld von Blumen und Obst geboten.
  2. Bei der Gartenarbeit körperbedeckende Kleidung, geschlossene Schuhe und Handschuhe tragen.
  3. Gläser mit Getränken im Freien stets abdecken, um zu vermeiden, dass stachelbewehrte Insekten hineinfallen und beim Trinken unversehens geschluckt werden.
  4. Beim Essen süßer Speisen stets prüfen, ob sich nicht gerade eine Biene oder Wespe am Kuchen oder Sahneeis gütlich tut.
  5. Wer beim Spielen oder Sporttreiben im Freien ins Schwitzen gerät, sollte sich gut abtrocknen, besser noch kurz abduschen: Schweiß lockt stechende Insekten an!
  6. Umschwirren gefährliche Plagegeister ihr potenzielles Opfer begehrlich, ist Ruhe erste Allergiker-Pflicht: Wer hektisch um sich schlägt, versetzt die Insekten nur in Angst oder Rage, was ihre Angriffslust beträchtlich steigert.
Nur die Immuntherapie bremst allergische Reaktionen sicher aus. Hat ein Insektenstich auch nur einmal schwere allergische Reaktionen ausgelöst, raten Allergologen dringend zur spezifischen Immuntherapie. Die heute zunehmend gebräuchliche so genannte Rush- oder Schnell-Hyposensibilisierung macht Allergiker schon binnen wenigen Tagen deutlich unempfindlicher gegenüber Insektengift. Den Patienten wird dabei initial - unter stationärer Kontrolle - vier- bis fünfmal täglich Insektengift in steigender Konzentration subkutan injiziert. Insgesamt erstreckt sich die spezifische Immuntherapie allerdings über drei bis fünf Jahre. Der Lohn für Patienten, die diese langwierige Prozedur tapfer durchhalten: Erfolgsquoten von nahezu 100 Prozent!




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