Welche Eigenschaften muß eine Brille für die Bildschirmarbeit haben?
Bevor die Akkomodation (natürliche Naheinstellung) nachläßt, ist die normale Brille auch für die Sehanforderung am Bildschirm geeignet. Das gleiche gilt für Kontaktlinsen. Bei fortgeschrittener Presbyopie (alterbedingter sogenannter Weitsichtigkeit) kommt man mit einer "Lesebrille" oder mit Zweistärkengläsern, die im unteren Bereich die zum Lesen erforderliche Sehschärfe vermitteln, nicht mehr aus, weil die Distanz vom Auge zum Bildschirm oder zur Textvorlage eine andere als beim Lesen von Schriftstücken ist. Je weniger sich das Auge auf Entfernungsunterschiede einstellen kann, je geringer also die Akkomodationsbreite wird, um so mehr kommt es darauf an, daß die Korrektionswerte der Gläser exakt auf die für die Arbeit am Bildschirm erforderlichen Sehdistanzen abgestimmt sind. Da sich die Sehschärfe mit zunehmendem Alter weiter verändert, muß sie regelmäßig vom Augenarzt überpüft und die Brillenkorrektur entsprechend angepaßt werden.Verschiedene Hersteller haben sogar besondere "Bildschirm-Arbeitsplatz-Brillen" entwickelt. Es sind jedoch nicht allein die äußeren, durch die Sehaufgabe bestimmten Voraussetzungen zu berücksichtigen, sondern auch die individuellen Anforderungen des Brillenträgers. Getönte Gläser oder solche, die ihre Tönung automatisch den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen (phototrope Gläser), eignen sich für die Arbeit am Bildschirm nicht, da sie die Leuchtdichteverhältnisse ungünstig verändern. Eine Entspiegelung ist dagegen zu empfehlen, weil sie möglicherweise auf dem Brillenglas auftretende Reflexe herabmindert.
Psychologische Zusammenhänge, die bei der Arbeit am Bildschirm wirksam werden können
Zu den elementaren Eigenschaften des Menschen gehört, daß er auf Störungen seines Wohlbefindens sehr sensibel reagiert. Dabei wird ihm die Ursache meist gar nicht bewußt. Häufig führt der Mensch sein Unbehagen auf die Arbeit statt auf Störungen aus der Umgebung zurück. Das können Reflexe auf dem Bildschirm oder Flimmern sein, unscharfe Zeichen oder mangelhafte Kontraste. Im Unterbewußtsein wird dadurch ein Mechanismus ausgelöst, der sich durch körperliche Beschwerden gegen die Arbeit wehrt: Unterschiedliche Symptome wie Kopfschmerzen, Unwohlsein und Abgeschlagenheit können auftreten. Werden die Ursachen nicht behoben, kann mit der Zeit aus der reinpsychischen Belastung eine organische Unstimmigkeit entstehen.Nach dem Charaktertyp des Menschen richten sich seine Reaktionen, die er jedoch nicht ohne weiters zu beeinflussen vermag, da sie von seinem Unterbewußtsein bestimmt werden. Sympathikus-Charaktere neigen aufgrund ihrer Veranlagung zu Aggressionen und sind prädestiniert für Magengeschwüre. Vagusbetonte Menschen hingegen reagieren auf die ihre Arbeitsfreude lähmenden Einflüsse depressiv. Sie leiden dann immer häufiger unter Kopfschmerzen, die keineswegs auf Einbildung beruhen und unbedingt ernst zu nehmen sind. Bei einem solchen Verlauf spricht man von psychosomatischen Erkrankungen.Bei der Gestaltung des Arbeitsplatzes sollten deshalb die Bedürfnisse des Menschen im Vordergrund stehen. Freude und Erfolg bei der beruflichen Tätigkeit hängen nicht allein von sozialen Kontakten zu Mitarbeitern und Vorgesetzten ab; vielmehr sind bei der Gestaltung des Bildschirm-Arbeitsplatzes auch wahrnehmungs-physiologische und psyschologische Vorgaben zu berücksichtigen, damit die Arbeit nicht als Belastung, sondern als individuelle Möglichkeit zur Selbstverwirklichung erfahren werden kann.


