Die intrakapsuläre Extraktion - Entfernung der getrübten Linse einschließlich des gesamten Kapselsacks - war die früher übliche Methode, als zum optischen Ausgleich nur Starbrillen und Kontaktlinsen zur Verfügung standen. Auch bei dieser Operationstechnik ist eine Linsen-Implantation möglich, allerdings muß es eine Vorderkammer-Linse sein, die nicht hinter der Regenbogenhaut im Kapselsack sondern im Kammerwinkel der Hornhaut und Regenbogenhaut verankert wird.
Vorderkammer-Linsen werden heute nur noch in bestimmten Fällen eingepflanzt, vor allem dann, wenn bei Patienten im hohen Lebensalter die oft sehr weiche hintere Kapsel einreißt und daher eine Hinterkammerlinsen-Implantation nicht mehr möglich ist. Patienten, die bereits vor längerer Zeit nach dem Verfahren der intrakapsulären Extraktion operiert wurden, haben oft den Wunsch, noch nachträglich Intraocular-Linsen zu bekommen. Eine solche sekundäre Vorderkammerlinsen-Implantation kann der Augenarzt jedoch nicht immer empfehlen.
Welche Behandlung ist nach der Operation erforderlich?
Ihr operiertes Auge wird mit einem Salbenverband abgedeckt, und Sie können sich erst mal richtig ausschlafen, sich erholen und die Wirkung der Beruhigungstabletten ausklingen lassen. Strenge Bettruhe wird Ihnen jedoch nicht verordnet. Nur solange die Medikamente noch wirken, sollten Sie nicht ohne fremde Hilfe aufstehen. Bei ihrer nächsten Mahlzeit dürfen Sie schon im Bett sitzen und kurze Zeit später bereits im Sessel. Nach zwei bis drei Tagen können Sie sich wieder frei bewegen. Wie lange sie im Krankenhaus bleiben, läßt sich nicht genau voraussagen. Im allgemeinen sind es nach der Operation noch fünf bis sechs Tage, da die wenigsten Patienten wirklich in der Lage sind, die anfangs noch sehr intensive Behandlung ihres Auges mit Tropfen und Salben selber zu übernehmen, und es ist auch nicht immer jemand da, der diese wichtige Aufgabe zuverlässig erfüllen kann. Außerdem zeigt die Erfahrung, daß z.B. leichte Reizerscheinungen meist erst nach drei oder vier Tagen auftreten. Im Krankenhaus werden sie sofort bemerkt. Zu Hause, wo das nicht gewährleistet ist, können daraus schwere Komplikationen entstehen. Der etwas längere Aufenthalt in der Klinik dient Ihrer Sicherheit. Auch wenn Sie wieder zu Hause sind, ist Ihre Behandlung noch nicht abgeschlossen; nur müssen Sie jetzt selber mithelfen.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.uniklinikum-giessen.de)


