Die Operation von Hornhauttransplantation?

 
Die Operation von Hornhauttransplantation?Der Operationsverlauf ist relativ einfach. Mit einem sogenannten Trepan, das ist ein Rundmesser, wird die erkrankte Hornhaut ausgeschnitten. Man könnte auch sagen, der Defekt wird ausgestanzt. In die entstandene runde Lücke wird die klare, gesunde Hornhaut eingenäht. Das passiert unter dem Mikroskop mit entsprechender Vergrößerung. Es gibt heute sehr dünnes Nahtmaterial, das die neue Hornhaut festhält. Sie kann dann in Ruhe einheilen. Bei einem geübten Operateur dauert die Operation etwa 30 Minuten. Wir ziehen eine Vollnarkose vor, besonders, wenn der Patient unruhig ist oder wenn beispielsweise Entzündungen vorliegen, so daß trotz Lokalanästhesie unter Umständen Schmerzen zu erwarten sind.
Komplikationen sind sehr selten, vor allen Dingen dann, wenn die Spenderhornhaut in einer Hornhautbank kultiviert worden ist. Sie wissen sicherlich, daß die Kultivierung auch mikrobiologische Kontrollen der Spenderhornhäute beinhaltet, so daß von daher beispielsweise keine Infektionen zu erwarten sind. Wenn also eine relativ gesunde Ausgangssituation vorliegt und keine außerordentlichen Probleme auftreten, ist die Komplikationsrate durch Infektionen oder Ähnliches gering. Sie liegt sicher unter 3%.

Wenn vorher keine Entzündung am Auge vorlag, das Auge also reizfrei war, heilt die neue Hornhaut nach der Operation ohne Schmerzen ein. War das Auge allerdings schwer entzündet, können im weiteren Verlauf noch Schmerzen bestehen, gegen die wir aber etwas tun können und die allmählich abklingen. Diese Operation kann theoretisch auch ambulant durchgeführt werden, wenn eine entsprechende Nachversorgung garantiert ist. Sie betrifft die Versorgung des frisch operierten Auges und weiterhin die regelmäßige Kontrolle bei einem Augenarzt. Wir empfehlen unseren Patienten, vier oder fünf Tage in der Klinik zu bleiben. Ein längerer Aufenthalt ist heute nicht mehr nötig. Anschließend kann ein niedergelassener Augenarzt die Nachsorge übernehmen. In der Regel werden die Fäden im Zeitraum zwischen neun und zwölf Monaten gezogen.
Wie bereits gesagt wurde, enthält die menschliche Hornhaut keine Gefäße. Da die zur Heilung notwendigen Substanzen nicht auf dem Blutweg herantransportiert werden, dauert der Prozeß entsprechend lange.

Bei unkomplizierter Ausgangslage, also wenn keine Entzündungen, Gefäßeinsprossungen in die Hornhaut u.s.w. vorhanden waren, liegt die Erfolgsrate bei etwa 95%, bei komplizierteren Voraussetzungen, wobei diese Fälle sind nicht die Regel darstellen, stehen die Chancen stehen dann etwa 60 zu 40. Eine Verallgemeinerung läßt sich hier aber nicht treffen.
Es läßt sich also nicht ausschließen, daß eine Transplantation langfristig schief geht und die neue Hornhaut vom Körper nicht angenommen wird. Es gibt Fälle, in denen wir drei, viermal retransplantiert haben.




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