Tritt der "grüne Star" in verschiedenen Formen auf?
Die häufigste Form des Glaukoms ist das Offenwinkel-Glaukom oder das Glaucoma simplex. Hierbei entsteht schleichend, d.h. ohne daß man selbst das geringste davon merkt, im Laufe von vielen Jahren eine Abflußsperre, die den Flüssigkeits-Stau im Auge bewirkt. Die daraus resultierende Schädigung des Sehnervs fällt dem Betroffenen erst auf, wenn ein großer Teil des Sehnervs zerstört ist und Bildausfälle entstehen. Frühe Erkennungsmerkmale gibt es für den Laien nicht. So kann er auch nicht mit dem Finger ertasten, ob sich ein Auge härter anfühlt. Das Offenwinkel-Glaukom ist deshalb besonders gefährlich, weil der von dieser Erkrankung Betroffene über den Zeitraum von Jahren nichts spürt, während die Krankheit sein Sehvermögen zerstört. Der Augenarzt jedoch kann mit einer Reihe von diagnostischer Maßnahmen den Prozeß frühzeitig erkennen und eine Therapie bestimmen, die zuverlässig die Erblindungsgefahr bannt.Das Winkelblock-Glaukom oder der akute Glaukom-Anfall ist viel seltener und äußert sich durch Symptome, die den Patienten veranlassen, sofort um ärztliche Hilfe zu bitten. Durch eine abrupte Blockade des Abflusses aus dem Auge treten in der Regel sehr heftige Schmerzen im Auge oder in dessen Umgebung ein - meist verbunden mit einer plötzlichen Sehverschlechterung, die sich darin äußert, daß man seine Umwelt vernebelt sieht, und das sich um Lichtquellen farbige Ringe bilden.
In diesem Fall besteht höchste Gefahr für das Augenlicht, doch durch rechtzeitige fachärztliche Behandlung kann es gerettet werden. Bei plötzlich - meist einseitigen Schmerzen im Auge oder in seiner Umgebung zusammen mit einseitiger Sehverschlechterung muß sofort der nächste Augenarzt konsultiert werden!
Das angeborene Glaukom ist eine Fehlentwicklung des Augeninneren. Seine Symptome äußern sich durch Lichtscheu. Augentränen und manchmal wirkt die Hornhaut vorübergehend oder ständig matt und trüb, vergleichbar mit nebligen Niederschlägen auf eine Windschutzscheibe. Auch die "ungewöhnlich schönen großen Augen" eines Babys deuten auf ein angeborenes Glaukom hin. Es muß bereits bei den ersten Anzeichen ein Augenarzt zu Rate gezogen werden. Nur eine frühzeitige Operation kann die Erblindung verhüten. Für die Eltern besteht hierbei kein Grund zur Sorge. Dank der modernen Narkosetechnik ist das Risiko von Untersuchung oder Operation unvergleichlich viel geringer für Ihr Kind als die Gewißheit, bei hohen Augeninnendruck zu erblinden. Hat Ihr Kind auffallend "schöne" großen Augen, tränt ein Auge oder ist es lichtscheu, dann dürfen sie keine Zeit verlieren und müssen sofort Ihren Augenarzt konsultieren, auch wenn Ihr Kind erst wenige Tage alt ist.


