Wodurch entsteht ein Trockenes Auge?
Normalerweise vermindert sich die Tränenfilm-Produktion mit zunehmendem Alter. Stärker als Männer sind Frauen betroffen, da die hormonelle Umstellung nach den Wechseljahren auch die Sekretbildung beeinflußt. In diesen Fällen kann das trockene Auge zwar lästige Beschwerden bereiten, zur Beunruhigung besteht jedoch kein Grund. Benetzungsstörungen des Auges treten aber auch in Verbindung mit Erkrankungen auf - besonders häufig bei chronischem Rheumatismus. Bei der schwersten Verlaufsform, dem sog. Sjörgen-Syndrom, gehört das trockene Auge ebenso wie Austrocknen des Mundes und Schluckbeschwerden zum Krankheitsbild. Warum die Tätigkeit der Drüsen abnimmt, ist noch nicht in allen Einzelheiten bekannt. Ein hochgradiger Mangel an Vitamin A kann unter Umständen auch als Ursache in Betracht kommen.Da der unwillkürliche, spontane Lidschlag die Aufgabe hat, den Tränenfilm gleichmäßig über die Hornhaut zu verteilen, ist bei Fehlstellungen der Lider diese Funktion meist gestört. Außer durch Verletzungen, Verätzungen oder Gesichtslähmung können auch altersbedingte Lidrand-Veränderungen zu einem solchen Funktionsverlust führen, z.B. eine Umstülpung des Unterlides nach innen oder außen.
Daß die Zahl der Patienten, die unter dem Symptom trockenes Auge leiden, gerade in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, liegt jedoch vor allem an Umweltbelastungen und einer Reihe von Medikamenten, die über längere Zeit eingenommen werden. So können z.B. Psychopharmaka, Schlafmittel und auch Beta-Blocker zur Behandlung von Bluthochdruck oder erhöhtem Augeninnendruck die Tränenfilm-Produktion vermindern. Das gleiche gilt für einige sog. Antibaby-Pillen. Besonders schwerwiegende Störungen verursachen bestimmte freiverkäufliche Augentropfen, die gegen das " Rote Auge" angeboten werden. Aufgrund ihrer abschwellenden Wirkung schaffen sie zunächst Linderung, verstärkern aber das ursächliche Leiden, da sie in der Regel Substanzen enthalten, die ein Austrocknen der Hornhaut bewirken.
Die Folge ist, daß die Patienten diese Tropfen immer häufiger und immer länger anwenden und dadurch das Hornhaut-Gewebe ernsthaft schädigen.


