Einige Fragen im Bezug auf künstliche Befruchtung...

Wann ist eine künstliche Befruchtung nicht möglich? (z. B. bei bestimmten Erkrankungen wie Fettleibigkeit)
Medizinisch gibt es nur wenige Erkrankungen, die eine Kinderwunschbehandlung mit Hormonen verbieten oder unmöglich machen. Dazu gehören vor allem Leberschäden und ausgeprägte Blutgerinnungsstörungen der Patientin sowie Drogenabhängigkeit, HIV-Infektion (in Ausnahmefällen Therapie möglich) und die oben genannte massive Fettleibigkeit. Im ersten Beratungsgespräch werden unsere PatientInnen zu all diesen und weiteren Punkten exakt befragt, um das Behandlungsrisiko möglichst gering zu halten.Wie hoch ist die Erfolgsquote der einzelnen Verfahren?
Die Erfolgsrate hängt stark mit den medizinischen Voraussetzungen zusammen, die das Paar in die Therapie mitbringt. So hat z.B. eine junge gesunde Frau von 25 Jahren, deren Partner eine starke Einschränkung der Spermienqualität aufweist, so dass die spezielle Methode der extrakorporalen Befruchtung (ICSI) angewendet werden muss, eine durchschnittliche Chance, pro Versuch schwanger zu werden, von ca. 30-40%. Auch Frauen, die nur einen Verschluss der Eileiter als Ursache der Sterilität haben, können bei regelmäßigen Periodenzyklen und ohne Hormonstörungen mit ähnlichen Erfolgsraten rechnen.Deutschlandweit und somit auch in unserem Institut rechnet man für eine intrauterine Insemination (Eingabe einer aufbereiteten Spermaprobe des Mannes in die Gebärmutter der Frau zum Zeitpunkt des Eisprungs) mit ca. 15% Schwangerschaftsrate pro Versuch und für eine IVF- oder ICSI-Therapie (sog. „künstliche“ Befruchtung) ca. 25% pro Rückgabe von 2 Embryonen.
Zum Schluss noch einen Tipp von der Expertin: Was können Sie Paaren mit Kinderwunsch noch raten?
Was man selbst zum Gelingen einer Therapie oder auch für den Eintritt einer Schwangerschaft ohne fremde Hilfe tun kann, sollte auf jeden Fall versucht werden. Dazu gehört ein rundum gesunder Lebensstil, vor allem nicht zu rauchen (!!), nur in Maßen Alkohol zu trinken, viel Bewegung an frischer Luft, Übergewicht zu vermeiden, vitaminreiche (Folsäure = Vit. B 10) ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse, möglichst wenig Stress im Alltag.Eine frühzeitige Beratung durch ein Expertenteam wie im BIF ist sicherlich sinnvoll, um nicht unnötig Zeit für gezielte Therapien verstreichen zu lassen, denn mit jedem Monat, in dem die Periode wieder eintritt, steigt die Frustration und der Druck, der auf dem Paar und vor allem auf der Frau lastet.


