Epilepsiepatientin und Kinderwunsch?

 
Epilepsiepatientin und Kinderwunsch?

EURAP: das europäische Schwangerschaftsregister


Um die Risiken der Antiepileptika für das ungeborene Kind zu untersuchen, wurde eine internationale Studie ins Leben
gerufen. In dieser Studie werden Informationen über Frauen mit Epilepsie, die schwanger werden, gesammelt. Beteiligen Sie sich an dieser wichtigen Untersuchung und fragen Sie Ihren Arzt nach dem EURAP-Register (siehe Rückseite).

Geburt

Die Entbindung verläuft bei Müttern mit Epilepsie meist nicht schwieriger. Neben einer guten Geburtsvorbereitung ist es wichtig, den/die Geburtshelfer/in über die Art der Epilepsie und der Medikamente aufzuklären. Unbedingt ist daran zu denken, im Kreißsaal Antiepileptika weiter einzunehmen (wird oft vergessen). Falls Anfälle auftreten ggf. Benzodiazepine zum schnellen Anfallsschutz bereit halten.

Manche Antiepileptika können das Risiko für Neugeborenenblutungen erhöhen, weshalb in der Regel empfohlen wird, dass das Kind unmittelbar nach der Geburt Vitamin K (als Spritze) bekommt.

Nach der Geburt kann bei der Mutter der Serumspiegel des Medikaments ansteigen und mehr Nebenwirkungen erzeugen.

Stillen

Generell ist Stillen sehr wichtig für den Mutter-Kind-Kontakt. Grundsätzlich kann jede Mutter, die zur Behandlung ihrer Epilepsie Antiepileptika einnehmen muss, ihr Baby auch stillen. Sprechen Sie mit Ihrer/em Ärztin/Arzt rechtzeitig über das Thema. Bei hochdosierter Behandlung der Mutter und der sich daraus ergebenden dämpfenden „Nebenwirkung“ der Muttermilch (durch die darin mitenthaltenen Antiepileptika) kann aufgrund der Trinkschwäche des Säuglings ein Stillen unmöglich werden.

Bei nicht gestillten Kindern können nach der Geburt Entzugssymtome auftreten, wie: Unruhe, Schreien, Zittern, Zucken, Spucken, Erbrechen oder erhöhte Muskelspannung. Durch Stillen kann diese Verhaltensauffälligkeit, die sonst manchmal Wochen anhält, deutlich gebessert werden.

Tagesablauf

Um eine Gefährdung des Kindes und vor allem die eigene Angst zu minimieren, können Sie beim Umgang mit dem Säugling kleine Vorsichtsmaßnahmen überlegen, wie: das Kind auf dem Boden wickeln, es nicht alleine baden, das Kind möglichst nur im Sitzen auf dem Arm halten u.ä. Es gibt Sitzbadewannen, in denen Babys nicht ertrinken Können und Kinderwagen mit automatischer Bremse.

Um einem Schlafentzug (bzw. Anfall) vorzubeugen, sollten Sie sich überlegen, nachts durchzuschlafen und den Partner (bzw. eine Pflegeperson) einzubinden.

Mit tagsüber abgepumpter Milch können auch stillende Mütter so einen Vorrat für die Nachtmahlzeiten des Kindes Anlegen.

Wichtig für später: Kleinkinder muss der Ablauf eines Anfalls der Mutter frühzeitig schonend klargemacht werden, damit sie die Angst ein wenig verlieren.

Beratung

Alle Frauen mit Epilepsie sollten frühzeitig (noch bevor ein Schwangerschaftswunsch aktuell wird) mit ihrem Neurologen die Besonderheiten einer Schwangerschaft besprechen.Um potenzielle Risiken zu minimieren, sollte eine Schwangerschaft möglichst geplant werden. Schwangerschafts- und Familienberatungsstellen wie z.B. Pro Familia, etc. erfahren Sie vor Ort bei Selbsthilfegruppen, Frauenzentren, Gesundheits- und Landratsämtern sowie bei den Stadtverwaltungen.




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