Expertentalk über Behandlungsmöglichkeiten bei Kinderlosigkeit

Das Bielefelder Institut für Fortpflanzungsmedizin (BIF) ist das derzeit größte Zentrum zur Behandlung ungewollter
Kinderlosigkeit an einem deutschen Krankenhaus. Jedes Jahr werden zwischen 1.500 und 2.000 Behandlungszyklen für eine
In-Vitro-Fertilisation durchgeführt. Frau Dr. Cordula Krimmel, Oberärztin des BIF beantwortet unsere Fragen zum Thema „Behandlungsmöglichkeiten bei ungewollter
Kinderlosigkeit“ im babyclub.de Expertentalk.
Unter welchen Vorraussetzungen kommen die Patienten zu Ihnen, z. B. durch eine ärztliche Überweisung?
Vor Beginn einer
Kinderwunschtherapie an einem Zentrum für Fortpflanzungsmedizin muss jedes Paar mit ungewollter Kinderlosigkeit von einem niedergelassenen Facharzt für Gynäkologie überwiesen werden, nachdem dieser über Alternativen zum biologisch eigenen Kind des Paares wie
Adoption oder Befruchtung mit Spendersamen aufgeklärt hat.
Müssen bestimmte Voruntersuchungen bzw. Nachweise über die Unfruchtbarkeit vorliegen?
Optimalerweise bringen unsere Paare bereits zum ersten
Beratungsgespräch im BIF Unterlagen mit wie Hormonanalysen der Frau (evtl. auch des Mannes), mindestens ein Spermiogramm, evtl. vorliegende OP-Berichte z.B. über Bauchspiegelungen der Frau mit Durchgängigkeitsprüfung der Eileiter (Chromopertubation) sowie einen
Hepatitis- und HIV-Test beider Partner und die Testung auf Röteln-Impfschutz der Frau. Je mehr Befunde bereits zum Zeitpunkt des Erstgesprächs vorliegen, desto konkreter und gezielter können wir unsere Paare beraten und einen zeitnahen Beginn der optimalen
Sterilitätstherapie planen. Das Vorliegen der o.g. Befunde ist aber keine zwingende Voraussetzung für das erste Beratungsgespräch in unserem Hause!