Miteinander die Kinder erziehen

 
Miteinander die Kinder erziehenPaare, die sich getrennt haben, sollten sich eines klar machen: Sie bleiben dennoch Eltern. Bei verheirateten Paaren ist das gemeinsame Sorgerecht klar geregelt. Bei unverheirateten Paaren kann das gemeinsame Sorgerecht zwar auch beantragt werden, bedarf aber immer der ausdrücklichen Zustimmung der Mutter. In der Praxis sieht es mit dem Sorgerecht und der daraus resultierenden "Sorgepflicht" allerdings nicht immer so harmonisch aus. Nicht selten sieht die Erfüllung des Sorgerechts so aus, dass zwar Unterhaltszahlungen erfolgen, aber das Interesse an den Kindern selber verschwunden scheint. Unzählige Eltern "verschwinden" plötzlich aus dem Leben ihrer Kinder und manche meinen sogar, dass selbst eine Unterhaltszahlung nicht nötig wäre. Sie tauchen einfach ab oder "dealen" mit ihrem Arbeitgeber, so dass sie unter die Bemessungsgrenze fallen und keinen Unterhalt leisten müssen. Eine fingierte Arbeitslosigkeit ist ebenfalls keine Seltenheit. Sicherlich schmerzt es , wenn man an den untreuen Expartner womöglich noch Unterhalt leisten muss. Aber was bitte schön, können die Kinder für die Verfehlungen ihrer Eltern? Wenn man sich seiner Verantwortung den Kindern gegenüber entzieht, dann wird es irgendwann zu spät dafür sein, dass die eigenen Kinder einen in liebevoller Erinnerung behalten. Das Umgangsrecht mag zwar auf dem Papier geregelt sein, aber auch hier erweisen sich viele Eltern als recht erfinderisch, wenn es darum geht, es mit diesen Rechten (Pflichten) nicht so genau zu nehmen.

Kinder werden dahin gehend manipuliert, dass sie keinen Kontakt zum anderen Elternteil wünschen oder die Eltern erweisen sich als sehr unzuverlässig, wenn es darum geht, die Besuchszeiten auch einzuhalten. Für die Kinder ist es ein unzumutbarer Zustand, wenn sie nie genau wissen, ob der Vater oder die Mutter das zugesicherte Wochenende auch tatsächlich mit ihnen verbringt. Sie fühlen sich oft verunsichert, glauben, dass der Vater oder die Mutter sie nicht mehr lieb haben. Schuldgefühle sich selber gegenüber, aber auch Vorwürfe gegen den verbleibenden Elternteil sind da keine Seltenheit. Darüber hinaus sind neue Konflikte mit dem ehemaligen Partner vorprogrammiert.

Manche Väter und Mütter sind auch der Meinung, dass wenn sie die Kinder nur noch selten sehen (dürfen), dass sie sie besonders fest an sich binden, indem sie sie mit Geschenken überhäufen, ihnen stundenlang erlauben vor dem Fernseher zu sitzen oder lange auf zu bleiben. Die Kinder mag man im ersten Moment zwar damit "bestechen" können. Aber der Expartner wird wenig erfreut sein, wenn er nach dem Wochenende oder den Ferien von den Kindern ständig zu hören bekommt: "Bei Mami (Papi) durfte ich das aber. Sie (er) erlaubt viel mehr." Beide Elternteile sollten sich weitgehend in Erziehungsfragen einig sein. Denn ein ständiges Auf und Ab tut weder den Kindern gut, noch dem Verhältnis der ehemaligen Partner. Warum also immer wieder Konflikte provozieren?




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