Mögliche Ursachen für wiederholte Aborte
Bei 1-2 % der Frauen kommt es zu wiederholten Aborten; dann ist eine genauere Ursachenfahndung notwendig (konventionell-medizinisch wird der Begriff „wiederholte Aborte“ bzw. „habituelle Aborte“ als „mindestens zum dritten Mal auftretende spontane Fehlgeburt“ definiert. Eine genauere Ursachenabklärung sollte heute aber schon nach zwei Aborten erfolgen, insbesondere, wenn die Patientin bereits älter oder durch die Aborte psychisch stark belastet ist.Mögliche Ursachen für wiederholte Aborte:
- Auffälligkeiten der Gebärmutter, z.B. Missbildungen oder Verwachsungen, größere oder zahlreiche Myome (gutartige Tumoren der Gebärmutter)
- Infektiöse Ursachen
- Hormonelle Ursachen
- Stoffwechselerkrankungen
- Genetische Ursachen
- Immunologische Ursachen
- Genussgifte und Schadstoffe (selten)
- Psychosoziale Ursachen
- Störungen der Blutgerinnung (selten)
- Nicht gut eingestellter schwerer Diabetes (heute selten)
- andere Risikofaktoren, die sich aus der Vorgeschichte ergeben
- Häufig lässt sich auch keine Ursache feststellen
Diagnostik
- Ausführliche geburtshilflich/gynäkologische Anamese, auch in Bezug auf genetische Auffälligkeiten in der Familie, sonstige Erkrankungen sowie Genussmittelmissbrauch und Gefährdung durch Schadstoffen (z.B. am Arbeitsplatz)
- Untersuchung auf Infektionen von Scheide und Muttermund (Bakterielle Vaginose, Chlamydien, Mykoplasmen)
- Ultraschall, insbesondere vaginale Sonographie, evtl. Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)
- Karyotypisierung (Chromosomenanalyse) beider Partner
- Hormonanalyse (TSH, LH, Prolaktin, Androgene, Progesteron)
- Antiphospholipidantikörper (z.B. Anti-Phosphoserin, Anti-Cardiolipin)


