Wenn Ihr Baby schielt ...

Schielen und Sehvermögen
Zur Raumwahrnehmung müssen beide Augen in die selbe Richtung sehen können. In jedem Auge entsteht dabei jeweils ein Bild, das sich geringfügig von dem anderen unterscheidet und so einen dreidimensionalen Seheindruck ermöglicht. Beim Schielen wird der Unterschied zwischen den beiden Bildern durch die Fehlstellung zu groß, sodass Doppelbilder entstehen. Es kommen in beiden Augen unterschiedliche Bilder an, sodass das Gehirn sie nicht zu einem räumlichen Bild verschmelzen kann. Das kann dazu führen, dass die Signale eines Auges unterdrückt werden. Daraus kann sich unbehandelt bis zum sechsten Lebensjahr eine hochgradige einseitige Schwachsichtigkeit (Amblyopie) entwickeln, die ab dem achten Lebensjahr nicht mehr behebbar ist. Entsteht der Strabismus erst nach dieser sensiblen Phase beispielsweise durch eine Augenmuskellähmung entwickelt sich keine Amblyopie mehr. Amblyopie nennt man die Sehschwäche eines organisch sonst gesunden Auges. Ohne Behandlung entwickeln nahezu 90% aller Schielkinder eine einseitige Amblyopie, die Kinder können nicht mehr lernen, dreidimensional zu sehen.Ursachen
Schielen kann viele Ursachen haben, eine familiäre Häufung spielt sicherlich eine Rolle.Weitsichtige Kinder neigen eher zum Einwärtsschielen, das man ab dem zweiten Lebensjahr bemerken kann. Weichen die Sehstärken links und rechts stark ab (Anisometropie) kann sich ebenfalls ein Schielwinkel entwickeln. Bei der Fusionsschwäche kann das Gehirn die Bilder des linken und rechten Auges nicht koordinieren, ein Auge gerät in Schielposition.
Wenn ein Auge schlechter sieht als das andere, kann ebenfalls ein Schielen entstehen, hier wären mögliche Ursachen beispielsweise Hornhautnarben oder Linsentrübungen. Auch im Rahmen einer anderen Grunderkrankung kann es zu Schielen kommen.
Einteilung
- Einseitiges Schielen (monolateral): Es schielt immer das selbe Auge, weil es eine schlechtere Sehschärfe besitzt. lesen Sie weiter


