Hormonflut im Blut: Wenn zuviel Insulin krank macht
Während beim seltenen Typ1-Diabetes ein akuter Insulin-Mangel die Zuckerkrankheit auslöst, ist bei den meisten Diabetikern (Typ2) zuviel Insulin der Auslöser für lebensbedrohende Erkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine neue Strategie zeigt Auswege. Die 48jährige Wienerin Liliane M.* ist überglücklich. Die Typ2-Diabetikerin musste bereits zwei Mal täglich zur Injektionsspritze greifen, um ihre überhöhten Zuckerwerte – beim gesunden Menschen liegen sie zwischen 70 und 110 mg/dl Blut – in den Griff zu bekommen. „Ich hatte große Angst vor den Injektionen“, erinnert sich die Frau, „und selbst als ich es geschafft hatte, war es jedes Mal eine Überwindung.“ Seit einiger Zeit kann Liliane M. den Griff zur Spritze bis auf Weiteres vergessen. Die Ursache: vor knapp einem Jahr bekam die Patientin von ihrem behandelnden Arzt statt dessen ein revolutionäres Medikament verordnet, das das körpereigene Insulin wieder verstärkt wirksam macht.„Insulinsensitizer sind wirklich eine Innovation in der Behandlung von Diabetes Typ-2“, weiß die praktische Ärztin Dr. Susanne Pusarnig, die sich auf die Behandlung von Diabetikern spezialisiert hat. „Gerade bei übergewichtigen Patienten wirken diese Medikamente sehr gut, mit Actos kann man mitunter sogar auf die zusätzliche Verordnung von Statinen verzichten, weil es sich so gut auf die Blutfette auswirkt. Und bei manchen Patienten bewirkt die Kombination Bewegung, Gewichtsreduktion, und das neue Medikament Actos tatsächlich, dass der Patient auf lange Zeit die Insulinspritze nicht benötigt.“


