Dialyseschwester mit Einschränkungen leben: Sie darf keine schweren Gegenstände tragen, wegen der erhöhten Infektionsgefahr nicht in bestimmte Länder reisen, Impfungen wirken weniger gut. Auch mit Gewichtsproblemen hat sie zu kämpfen. "Nach der
Transplantation ist man nicht wieder gesund, und man hat das Organ nur so lange, wie es funktioniert", warnt sie. Dennoch würde sie sich jederzeit wieder zur Transplantation entschließen, denn die vier- bis sechsstündige Dialyse dreimal pro Woche bringt eine enorme Belastung und starke Abhängigkeit von den Geräten mit sich. Professor Dr. Jan Schmidt, Leiter der Sektion Viszerale Organtransplantation in Heidelberg an der Chirurgischen Universitätsklinik, betont, dass eine
Nierentransplantation nicht nur die Lebensqualität verbessert, sondern auch die Lebenserwartung entscheidend erhöht. "Bereits nach einem Jahr ist der lebensverlängernde Aspekt beim Vergleich von Dialysepatienten und Transplantierten erkennbar", unterstreicht sein Kollege Professor Dr. Martin Zeier, Leiter des Nierenzentrums Heidelberg. Doch der Bedarf an Spenderorganen ist etwa fünfmal so hoch wie die Anzahl der verfügbaren Nieren. Die Wartezeit bis zur Transplantation beträgt daher in vielen Fällen mehrere Jahre.
Seit Sandra Fallers Nierentransplantation vor 20 Jahren hat sich nach Auskunft der Ärzte viel verändert. Die Operation verläuft sehr viel schneller, die
Narkoseverfahren sind weniger belastend und nach der Operation können die Funktion und Durchblutung des neuen Organs mit Ultraschall sehr gut überwacht werden. Bluttransfusionen benötigt nur ein sehr kleiner Teil der Patienten und auch die Zahl der akuten Abstoßungskrisen ist stark gesunken. Durch einen neuen Test ist eine individuelle Einstellung der Medikamente zur Immunsuppression möglich. Dadurch sinkt das Langzeitrisiko für die Patienten und immer mehr Transplantierte können ihr
Organ über lange Zeit behalten: So sind heute im Durchschnitt nach 23 Jahren noch etwa 40 Prozent der Spendernieren intakt - nach einer Lebendspende sind die Prognosen noch besser. Die Zahl der in Heidelberg Transplantierten hat sich seit 1986 annähernd verdoppelt: Erhielten damals etwa 60 Patienten pro Jahr ein Spenderorgan, so sind es heute um die 120.