ihre Elastizität ausgleichen. Diese Fähigkeit bezeichnet man als so genannte Windkesselfunktion. Der Blutdruck unterliegt Schwankungen. Körperliche Belastung lässt den Blutdruck beispielsweise genauso ansteigen wie seelischer Stress. Oder auch die Tageszeit: Während der Blutdruck nachts, während der Schlafphase, normalerweise absinkt, erreicht er morgens, wenn wir aufwachen und aufstehen, meist seine Höchstwerte. Dies ist äußerst sinnvoll, da der Körper in Ruhephasen keine so hohe Herzleistung braucht. Das Herz kann sich in dieser Zeit erholen. Liegt der Blutdruck dauerhaft über einem durchschnittlichen Normalwert, spricht man von Bluthochdruck (Hypertonie). Ist er dauerhaft darunter, dann handelt es sich um niedrigen Blutdruck (Hypotonie). Aus diesem Grund misst man bei der Erstdiagnose auch mehrmals über den Tag verteilt.

Wie wird der Blutdruck reguliert?

Das „Renin-Angiotensin-Aldosteron-System“ ist sozusagen das Steuerungselement für den Blutdruck. Seitdem man das weiß, kann man Bluthochdruck viel wirkungsvoller behandeln. Die Höhe des Blutdrucks wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. In erster Linie hängt der Blutdruck natürlich von der Schlagkraft des Herzens ab. Je mehr Blut das Herz in die Gefäße pumpt, desto höher ist der Blutdruck. Aber auch der Durchmesser der Gefäße und damit der Widerstand, der sich dem Blutstrom entgegenstellt sowie die Gesamtmenge des zirkulierenden Blutes spielen eine wichtige Rolle. In Stresssituationen ist das sympathische Nervensystem dafür verantwortlich, dass der Blutdruck steigt.

Reguliert wird der Blutdruck über das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System und durch Angiotensin II, das zentrale Hormon in diesem System. Angiotensin II hat zur Folge, dass sich die Gefäße verengen und das sympathische Nervensystem aktiviert wird. Die nachfolgende Freisetzung des Hormons Aldosteron aus der Nebenniere führt dazu, dass die Wasser- und Blutmenge im Körper zunimmt. Alle diese Faktoren lassen den Blutdruck ansteigen. Bei ständig erhöhten Angiotensin-II-Spiegeln kann es daher leicht zu dauerhaftem Bluthochdruck kommen. Das Renin-Angiotensin-System bietet gerade deshalb aber auch einen gezielten Angriffspunkt für blutdrucksenkende Medikamente. ACE-Hemmer blockieren einen der Bildungswege für Angiotensin II. Da dieses Hormon auch auf anderen Wegen entstehen kann, werden die ungünstigen Wirkungen von Angiotensin II durch ACE-Hemmer nicht vollständig verhindert.

Deshalb ist es viel wirkungsvoller, das Übel direkt an der Wurzel zu packen und gezielt den Rezeptor zu blockieren, an dem Angiotensin II seine Wirkungen entfaltet. Angiotensin II kann auf diese Weise wesentlich besser unschädlich gemacht werden. Dieses Prinzip verfolgen die AT1-Rezeptor-Blocker.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.hochdruck-aktuell.de)




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