Fingerabdrücke" im Atem - Suche nach Krankheits-Signalen in der Ausatemluft von Patienten
Anfang des Jahres sorgten fünf kalifornische Hundenasen für Schlagzeilen: Die dazugehörigen Vierbeiner haben - trainiert von einem amerikanisch-polnischen Forscherteam - Brust- oder Lungenkrebs in der Ausatemluft von Patienten mit hoher Trefferquote erschnüffelt. Das Problem der Arzthelfer mit Fell: Ihre Diagnosen hängen von der Tagesform ab. Sind ihre Riechorgane beeinträchtigt, etwa durch eine Erkältung oder das Rasierwasser des Patienten, kann das zu einer falschen Diagnose führen - das wiederum können sie jedoch aus nahe liegenden Gründen nicht mitteilen.Auch Mediziner der Lungenklinik Hemer möchten den Atem von Patienten zur Bestimmung und Beurteilung von Krankheiten nutzen, doch statt auf tierische setzen sie auf elektronische "Nasen": Spezielle Spektrometer, von Wissenschaftlern des Dortmunder ISAS - Institute for Analytical Sciences entwickelt, analysieren die chemische Zusammensetzung von Gasen.
Mit der gleichen Messtechnik wurde bisher auf Flughäfen nach Sprengstoffen gesucht, auch die Polizei nutzt sie zum Aufspüren von Drogen. Künftig, so die Vision der Mediziner und Wissenschaftler, könnte sie jedoch auch in Kliniken und Arztpraxen bei der Diagnose von Lungenerkrankungen eingesetzt werden. Noch ist das Zukunftsmusik, funktionieren kann die Methode nämlich nur, wenn jede Krankheit eindeutige und unverwechselbare "Fingerabdrücke" in der Ausatemluft hinterlässt.
Seit Anfang Mai sind die Ärzte aus Hemer gemeinsam mit Wissenschaftlern des ISAS und Statistikern der Universität Dortmund auf der Suche nach diesen Fingerabdrücken, in Fachkreisen Marker genannt. Das heißt: Aus der Vielzahl der in der Atemluft vorhandenen Moleküle muss das Forscherteam diejenigen identifizieren, die durch eine Lungenentzündung oder durch ein Bronchialkarzinom erzeugt wurden. "Auch sexuelle Aktivität hinterlässt Spuren im Atem, ebenso wie die Zahncreme oder das letzte Bier von gestern lesen Sie weiter


