Borderline-Syndrom: Sucht und Therapie

 
Borderline-Syndrom: Sucht und Therapie

Sucht

ein sehr häufiger Abwehrmechanismus ist die Flucht in Drogen, das Entwickeln von Essstörungen. Der ganze Tagesablauf wird davon bestimmt, so bleibt keine Zeit, sich mit anderen Problemen zu beschäftigen. Selbstverletzung als weiterer Aspekt der Konfliktverarbeitung: Reichen im Rahmen eines Konfliktes die o.g. Spaltungsmechanismen nicht mehr aus, um vor unangenehmen Handlungen und Stimmungen auszuweichen, steigt die Gefahr der Selbstverletzung. Sie dient in erster Linie dazu, den unerträglich gewordenen inneren Druck abzubauen. Nur durch extrem aggressives Verhalten kann dieser Druck entlastet werden. Wird die selbstverletzende Handlung unterbunden, dann kommt es häufig zur Entwicklung eines psychosenahen, alptraumahften Erlebens, welches willentlich nicht zu unterbrechen ist. Aus dem Grund der durch die Selbstverletzung plötzlich auftretenden Entlastung, kann die Selbstverletzung einen nahezu süchtigen Charakter annehmen. Die Schmerzempfindung ist in der Regel herabgesetzt und es kommt zu wiederholten Handlungen. Nicht umsonst spricht man oft von den sogenannten "Borderline-Armen" und beschreibt damit die Neigung, sich in die Arme zu schnippeln. Abgrenzung zur suizidalen Handlung: Ein Suizidversuch geschieht eher bilanzierend (es hat alles keine Zweck mehr, man hält sich selbst und die Welt nicht mehr aus, man hat alles versucht und erlebt sich als gescheitert). Die selbstverletzende Handlung stellt dagegen in der Regel eine Methode des Spannungsabbaus dar, kann aber auch in Zeiten schwerer Depression, eine Massnahme sein, um sich wieder lebendig zu fühlen.

Therapie

Die Therapieziele werden eindeutig formuliert:
  • Ich-Stärkung
  • Integration abgespaltener Gefühle, Triebe, Eigenheiten und Auflösung der strengen Polaritäten
  • Abbau von Trennungsängsten

Wichtig ist

Schaffung einer klaren, für alle Beteiligten verbindlichen Struktur; Supervision: Im Umgang mit Borderlinern kommt es durch die Aufteilung des Patienten in gute und böse Bezugspersonen immer wieder zu heftigen Spaltungen des Teams. Die „guten“ kann er oft sehr charmant oder aber durch subtilen Druck zu einem sehr hohen Engagement bringen. Die „schlechten“ unendlich provoziern.




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