Botenstoffe im Gehirn: Damit die Chemie stimmt

 
Botenstoffe im Gehirn: Damit die Chemie stimmtPsyche, Geist, Seele: Dass sie für Gesundheit und Krankheit eines Menschen von herausragender Bedeutung sind, steht außer Zweifel. Sie existieren aber nicht nur in der Welt der Vorstellung. Denn letzten Endes lassen sich auch Denken und Fühlen an Strukturen und Abläufen im Gehirn festmachen. Das wichtigste Steuerungsorgan des Menschen präsentiert sich als Knotenpunkt zwischen Leib und Seele.

Verschiedene Ursachen – ähnliche Veränderungen

Eine Erkrankung wie die Depression kann durchaus unterschiedliche Ursachen haben. Psyche, Stoffwechselstörung, Entzündung oder Hormonerkrankung als mögliche Ursachen einer Depression stellen keine Widersprüche dar: Jede Störung der Gesundheit für sich kann an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sein, oder auch mehrere Störungen gleichzeitig. Am Ende sind es dann aber doch die Nervenfasern, die Übertragung von Nervenimpulsen und die überaus komplizierte Verschaltung im Gehirn, die das auslösen, was bei einer Depression für den Betroffenen und seine Umwelt erfahrbar wird, nämlich Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit, Schlafstörungen usw.

Grafik: Ursachen für eine Störung von Nerven und BotenstoffenEin Beispiel: Eine Hormonerkrankung, wie die Unterfunktion der Schilddrüse, kann eine Depression auslösen, die sich nach außen hin nicht von einer Depression aus anderer Ursache unterscheiden muss. Auch die Veränderungen im Gehirn, die durch die Hormonerkrankung verursacht werden, müssen sich nicht von denen bei anderen Formen der Depression unterscheiden.
Talk-Show im Gehirn

Um die richtigen Befehle zum richtigen Zeitpunkt erteilen zu können, arbeiten viele Bereiche des Gehirns eng zusammen. Manche Bereiche sind für Atmung, Verdauung, Gleichgewicht, Schmerzempfinden oder Sexualität zuständig, andere steuern die Muskeln und wiederum andere beschäftigen sich vor allem mit dem Denken oder dem Fühlen. Wenn alles klappt – und das tut es meistens – blickt ein Mensch beispielsweise tatsächlich freudestrahlend, wenn er glücklich ist, er weint gleichzeitig Freudentränen, spricht mit überschwänglicher Stimme und hat einen guten Appetit.

Übertragung von Botenstoffen zwischen NervenzellenDamit der Mensch ein schlüssiges Verhalten zeigt, ist jedoch ein hohes Maß an Kommunikation erforderlich. Im Gehirn müssen Informationen von einer Region zur anderen gelangen und wieder zurück. Dafür wandern elektrische Impulse wie in elektrischen Stromkabeln über Nervenfortsätze zu anderen Nerven. Dort müssen die Impulse "überspringen", und das geht nicht elektrisch, sondern chemisch. An den Kontaktstellen zwischen Nervenzellen, den Synapsen, sind chemische Botenstoffe gespeichert.

Sobald ein elektrischer Impuls ankommt, schütten Synapsen gespeicherte Botenstoffe in den Spalt lesen Sie weiter




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