Spalt zwischen zwei Nervenzellen aus. Die dort verbundene Nervenzelle erkennt die Botschaft und schon läuft der Impuls auf elektrischem Weg weiter.

Spätestens jetzt wird es kompliziert. Eine Nervenzelle kann mit bis zu 25.000 anderen Nervenzellen in Verbindung stehen. Und unser Nervensystem besteht aus Milliarden von Nervenzellen ...

Was sind Botenstoffe?

Unser Nervensystem kennt eine Vielzahl unterschiedlicher chemischer Botenstoffe, die im Fachjargon als Neurotransmitter bezeichnet werden: Dazu zählen u. a. Aminosäuren, kleine Eiweiße, Hormone, ja selbst gasförmige Stoffe wie Stickstoffmonoxid. Botenstoffe bewirken dabei nicht immer die Weiterleitung elektrischer Impulse; manche Neurotransmitter blockieren die Weiterleitung oder wirken ihr sogar entgegen. Aus der Summe der von Neurotransmittern übermittelten Einflüsse ergibt sich, ob die Nervenzelle, die eine Information empfängt, dieses Signal weiterleitet oder nicht.

Sie kennen die Situation vielleicht selbst: Sie haben sich verletzt, sodass Sie eigentlich vor Schmerz laut aufschreien müssten. Doch Sie waren in diesem Moment so abgelenkt oder aufgewühlt, dass sie zunächst keinen Schmerz verspürten. In diesem Fall setzen bestimmte Gehirnregionen, die Stress, Aufregung oder andere starke Gefühle signalisieren, mit ihren hemmenden Botenstoffen das Schmerzempfinden eine Zeit lang außer Kraft.

Bei der Depression

Chemische Botenstoffe mischen ebenfalls mit, wenn eine Depression entsteht oder fortbesteht. Mit am besten untersucht ist der Neurotransmitter Serotonin, der auch als 5-Hydroxytryptamin oder abgekürzt als 5-HT bezeichnet wird. Er wird an bestimmten Nervenendigungen gespeichert und bei Bedarf ausgeschüttet. Serotoninmoleküle docken an so genannten Rezeptoren auf anderen Nervenzellen an, so wie ein Schlüssel in sein Schloss passt. Rezeptoren sind Eiweißstoffe, die sich darauf spezialisiert haben, die Botschaft des Neurotransmitters zu erkennen und weiterzuleiten. Dabei gibt es im Falle des Serotonins nicht nur einen, sondern eine ganze Reihe von Rezeptoren mit jeweils ganz besonderen Eigenschaften.

Untersuchungen konnten nachweisen, dass bei der Depression in manchen Gehirnregionen ein Mangel an Serotonin vorliegt. Das muss zwar nicht heißen, dass der Mangel an Serotonin die Ursache der Depression ist, ein Mangel oder Ungleichgewicht an Serotonin im Gehirn stellt jedoch eine Gemeinsamkeit bei vielen Formen der Depression dar. Daher können Ärzte hier ansetzen, wenn sie die Depression effektiv behandeln wollen. Und tatsächlich sind Medikamente gegen Depression wirksam, die dem Mangel an Serotonin bei der chemischen Übertragung von Informationen entgegenwirken. Zu diesen Medikamenten zählen die so genannten Serotoninwiederaufnahmehemmer.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.depress-online.de)




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