Essstörungen, wer ist betroffen und wie kann man helfen?

 
Essstörungen, wer ist betroffen und wie kann man helfen?

Wer ist betroffen ?

Die geschätzten Zahlen der von Essstörungen Betroffenen reichen von 500.000 bis 2 Mio. in der Bundesrepublik Deutschland. 90% der Betroffenen sind Frauen und Mädchen im Alter zwischen dem Beginn der Pubertät und dem 45. Lebensjahr. Nach Angaben des Ernährungspsychologischen Instituts der Universität Göttingen ist jede zweite deutsche Frau essgestört. Es „gibt(…) kaum eine Frau, die auf ganz natürliche Weise mit dem Essen umgehen kann, die keine Waage, keine Diäten kennt, und isst, worauf sie Appetit hat.“ Bereits 1984 erklärte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, dass die Essstörungssymptomatik verstärkt und erschreckend bei jungen Mädchen um sich greife, mindestens 50% der bis 18jährigen habe mindestens schon eine Diät gemacht.

Hilfe

Obwohl bei der Essstörungssymptomatik Anteile süchtigen Verhaltens zu finden sind und auch von Esssucht, Magersucht und Ess-Brechsucht gesprochen wird, können in der Beratung und Behandlung nicht automatisch Suchtkonzepte übernommen werden. Ein ganz wesentlicher Unterschied zur Tablettensucht, zum Alkoholismus und zu Drogensucht besteht darin, dass es keine Abstinenzregel geben kann, da es ja nicht möglich ist, auf das Essen zu verzichten.

Eine wichtige Voraussetzung, die von Essstörungen Betroffene mitbringen müssen, ist die Bereitschaft, eine Unterstützung von außen anzunehmen. Mit anderen Worten: Sie müssen sich der eigenen Krankheit bewusst stellen. In einem Beratungsgespräch besteht für die Betroffenen die Möglichkeit, für sich zu klären, welche Therapiemöglichkeit ihnen angemessen erscheint, ob z.B. eine klinische oder eine ambulante Betreuung oder eine Einzel-, Gruppen-, Familien- oder Paartherapie in Frage kommt.

Allen gemeinsam ist jedoch, dass sie keine schnellen Erfolge versprechen können. Eine oft langjährig bestehende Symptomatik kann nicht in kurzer Zeit behoben werden. Grundsätzlich ist es in der Behandlung sowohl angezeigt, am Symptom zu arbeiten, d.h. herauszufinden, wann und in welchen Situationen z.B. Essanfälle stattfinden, wie und was gegessen wird, wie gemeinsame und heimliche Mahlzeiten aussehen, wann erbrochen wird, als auch symptomübergreifend zu arbeiten und die hinter dem Essen stehenden Probleme herauszufinden und zu bearbeiten. Wichtigste Voraussetzung für die Zusammenarbeit zwischen Therapeutin und Betroffenen ist, dass innerhalb der therapeutischen Beziehung ein Vertrauensverhältnis hergestellt werden kann, das es den Betroffenen ermöglicht, über die mit Scham und Schuld besetzen Gefühle zu sprechen




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