Mögliche Therapie gegen die Depression

 
Mögliche Therapie gegen die DepressionForschungen am Max-Planck-Institut für Psychiatrie in München haben gezeigt, dass das Kontrollsystem für Stresshormone bei Depressionskranken gestört ist. Es wurde untersucht, ob das vom Gehirn freigesetzte Stresshormon CRH auch auf der Verhaltensebene die für eine Depression charakteristischen Anzeichen und Symptome hervorrufen kann. Zahlreiche Versuche an Menschen, Ratten und Mäusen weisen darauf hin, dass CRH tatsächlich Verhaltensänderungen hervorruft, die der Psychopathologie der Depression entsprechen. Beispielsweise verstärkt eine erhöhte Konzentration von CRH im Gehirn die Angst, stört das Denkvermögen, vermindert den Appetit, den Schlaf sowie die sexuellen Bedürfnisse - alles Kardinalsymptome der Depression.

Die Auswirkungen von CRH werden durch einen spezifischen Rezeptor übertragen. Mit Hilfe von molekulargenetischen Techniken wurde eine Mäusemutante entwickelt, der dieser besondere CRH-Typ-1-Rezeptor fehlt. Bei diesen Mäusen ist die psychologische Reaktion auf Stress vermindert, d.h. sie haben in Stresssituationen weniger Angst und weniger kognitive Störungen. Aufgrund dieser Experimente nimmt man an, dass die Kardinalsymptome der Depression mit einer erhöhten Aktivität des CRH-Systems im Gehirn zusammenhängen, welche ihrerseits die Symptome der Depression bewirkt. Durch Substanzen, welche die Aktivität des CRH am CRH-Rezeptor verhindern, kann möglicherweise die depressiogene Wirkung des CRH ausgeschaltet werden. Solche Substanzen konnten inzwischen identifiziert werden. Ihre antidepressive Wirksamkeit wird zur Zeit in Studien geprüft.

Zusammenhang von Hormonen und Immunsystem

Für die Gesundheit und das Wohlbefinden sind psychische Vorgänge genauso wichtig wie physische. Beispielsweise führt die mentale Unausgeglichenheit zur Ausschüttung von Stresshormonen, bei deren Abbau die zellschädigenden freien Radikale entstehen. Im Körper findet ein ständiger Dialog in den Regelkreisen Gehirn, Immunsystem und hormonellem System statt. Gehirn und Immunsystem besitzen nämlich ähnliche Botenstoffe, welche auch vom jeweils anderen Organ erkannt werden.




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