Ängste gehören zum Leben

 
Ängste gehören zum LebenAngst ist eine normale Gefühlsreaktion auf Gefahren, die man schwer abschätzen kann und von denen man nicht weiß, wie man sie vermeiden oder sich gegen sie wehren kann. Insofern ist Angst vor Folgeerkrankungen ein normaler Vorgang. Man weiß zwar, dass man durch eine gute Diabetestherapie die Risiken mindern kann, aber einen sicheren Erfolg kann einem niemand garantieren. Die Angst wird bei chronischen Erkrankungen nicht von jedem Menschen gleich empfunden. Die meisten sagen, im Hintergrund sei sie stets vorhanden. In bestimmten Situationen tritt sie eine Zeit lang mehr in den Vordergrund (z. B vor der Routinekontrolle beim Augenarzt) und nimmt dann von allein wieder ab. Diese Form der gesunden Angst kann man gut mit nahe stehenden Menschen besprechen, auch in einer Selbsthilfegruppe oder mit Mitgliedern von Diabetesteams.

Erst wenn diese Angst so stark und dauerhaft wird, dass sie das Leben bestimmt und einschränkt, sollte sich der Betroffene psychologische oder psychotherapeutische Hilfe suchen. Dies wäre z. B. der Fall, wenn ein Mensch immer wieder an schlimme Folgeerkrankungen denkt, wenn er sehr oft zum Arzt geht, um sich zu versichern; oder auch, wenn er aus Angst sehr häufig den Blutzucker testet, wenn er sein Essen sehr stark einschränkt oder jede Speise pedantisch abwiegen muss. Dies kann auch eine Zwangserkrankung sein, die enge Beziehungen zur Angst hat, und die ein halbwegs normales Leben oft unmöglich macht. In all diesen Fällen können Psychotherapeuten, die sich mit Diabetes auskennen, Hilfe leisten. Die Arbeitsgemeinschaft Psychologie und Verhaltensmedizin hat ein Verzeichnis von Psychologen mit einer Zusatzausbildung für Probleme mit dem Diabetes.




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