Sachliche Informationen über die Depression als behandelbare Stoffwechselstörung
Vor nicht einmal 30 Jahren kam die heute gängige und sinnvolle Kombination der pharmakologischen und der psychotherapeutischen Therapie selten zur Anwendung. Teils war damals die "chemische Therapie" verpönt, teils war Psychotherapie noch nicht effektiv. Heute verfügt die Medizin über eine große Palette gut wirksamer und relativ nebenwirkungsarmer Wirkstoffe. Die medikamentöse Therapie gilt inzwischen als unverzichtbares Verfahren, um den Gehirnstoffwechsel wieder zu normalisieren. Doch auch die psychotherapeutischen Verfahren haben ihren festen Platz bei der Behandlung der Depression eingenommen. Als alleiniges Mittel zur erfolgreichen Behandlung von Depressionen ist sie nicht geeignet, genauso wenig hat ein rein medikamentöser Therapieansatz Aussicht auf guten Erfolg. Die psychotherapeutischen Maßnahmen, die eine aktive Mitarbeit des Patienten erfordern, sollten nicht während einer akuten depressiven Phase angewandt werden. Der Patient wäre überfordert und nur sehr eingeschränkt zur Mitarbeit fähig. Erst nach Überwindung einer schweren depressiven Phase sollte mit dieser hilfreichen Therapieform begonnen werden.
Die Psychoanalyse hat bei der Behandlung von Depressionen keine Bedeutung mehr. Das Analysieren von verdrängten Konflikten der Kindheit ist keine Hilfe für einen Kranken und nur für Personen empfehlenswert, die mehr über sich erfahren möchten. Auch die so genannte systemische Therapie, die sich mit Wechselbeziehungen innerhalb der Familie beschäftigt
Die Ursache ist organischer Natur. Alle Depressive haben einen gestörten Gehirnstoffwechsel und zwar einen Mangel an bestimmten Gehirnbotenstoffen. Dieser Mangel führt zu Hoffnungslosigkeit und Leistungsmängeln und allen anderen quälenden Symptomen. Der Informationsaustausch zwischen den Gehirnzellen ist gestört, die chemische Reizübertragung funktioniert nicht. Mit den verschiedenen Behandlungsformen wie z.B. Antidepressiva, Psychotherapie, Ausdauertraining und Lichttherapie wird die Chemie im Kopf und damit der gestörte Gehirnstoffwechsel wieder ins Gleichgewicht gebracht, die depressiven Symptome verschwinden nach und nach. In gesunden Zeiten ist ein Betroffener genauso leistungsfähig, belastbar und gesund, wie jeder andere Gesunde es auch ist.
Ziel dieser Aufklärung ist es, dem Betroffenen ein Ziel zu geben und ihn damit zu einer möglichst aktiven Mitarbeit zu bringen. Während einer medikamentösen Therapie ist eine psychologische Begleitung sehr hilfreich! Um die Krankheit zu verstehen, um die Symptome vernünftig einzuordnen, um eine Therapie konsequent durchzuhalten, ist eine psychologische Unterstützung sehr sinnvoll.


