Sad heisst sad?

Welche gesundheitlichen Beschwerden treten bei SAD auf?
Es sind die selben Symptome wie bei der "normalen Depression": Störungen bei Schlaf, Antrieb und Stimmung, Gefühls- und Denkhemmung, mangelnde Kreativität, Konzentrationsstörungen, Essstörungen und Störungen im Verhalten, Angstzustände, starke körperliche Beschwerden "ohne organische Ursache", Trübsinnigkeit, verändertes Verlangen nach Sexualität, Gedächtnisstörungen, mangelnde Einsichtsfähigkeit, Energielosigkeit, erhöhte Reizbarkeit, Schlaf ohne Erholungseffekt, verstärkter Appetit auf Süßes, Appetitlosigkeit bis hin zu Selbstmord, bzw. -stimmung. Diese Symptome können auch zu sozialen Spannungen und Konflikten im Privat- und Berufsleben führen.Welche Ursachen gibt es für SAD?
Bei der SAD liegt wie bei der "normalen Depression" eine Störung des Gehirnstoffwechsels, d.h. ein Mangel an bestimmten Gehirnbotenstoffe (Neurotransmitter wie Serotonin, Noradrenalin, Dopamin) vor. Die Ursache für dieses Defizit ist Lichtmangel in der dunklen Jahreszeit. Die Innere Uhr läuft nicht mehr im Takt, die Ausschüttung der Hormone gerät aus dem Rhythmus, was dann zu erheblichen quälenden Beeinträchtigungen führen kann. Menschen mit SAD fehlt tatsächlich lediglich ein gewisses Quantum Sonne, um das gewohnte Wohlbefinden und die Lebensfreude zu behalten bzw. wiederzubekommen. Warum genau manche Menschen diesen Lichtmangel nicht gut kompensieren können, welche Mechanismen hier versagen, ist noch nicht geklärt.In den letzten Jahrzehnten hat das Auftreten von Depressionen deutlich zugenommen, auch immer mehr jüngere Menschen sind davon betroffen.
In der technisierten Zeit hat sich der Mensch von seiner natürlichen Umwelt weitgehend unabhängig gemacht, ersetzt die Außentemperatur durch geheizte Räume und das Sonnenlicht durch künstliche Beleuchtung. Über Jahrtausende hinweg war das Leben der Menschen bestimmt durch den Wechsel von Tag und Nacht, von Licht und Dunkelheit. Früher stand man auf, wenn es hell wurde, arbeitete tagsüber häufig draußen und legte sich zur Ruhe, wenn die Nacht kam. Mit der Erfindung des künstlichen Lichts verringerte sich die Abhängigkeit des Menschen vom natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Die Folge waren gravierende Veränderungen im Lebens- und Arbeitsalltag. Heute spielt sich ein immer größerer Teil unseres Lebens in Innenräumen ab. Viele verbringen ihren ganzen Tag in künstlich beleuchteten Büroräumen, Geschäften, Fabrikhallen; zum Sehen reicht dieses Licht zwar aus, aber für unser Wohlbefinden insgesamt ist es dennoch nicht hell genug.
Zudem leiden viele Menschen in Industrienationen unter Dauerübermüdung, in den letzten 100 Jahren hat sich die durchschnittliche Schlafdauer um ein Fünftel verkürzt. Der chronische Mangel an Licht und Schlaf bringt den Neurotransmitterstoffwechsel aus dem Gleichgewicht und verursacht die Krankheit Depression.


