SAD und die Bevölkerung...

 
SAD und die Bevölkerung...

Wie verbreitet ist SAD in der Bevölkerung?

Das Vorkommen der SAD (leichte und schwere Form) ist z.B. abhängig vom Breitengrad und damit von der Tageslichtdauer und der Lichtintensität. In Florida leiden 4% der Menschen unter SAD, in New York sind es 17%, in Alaska 28%. Dagegen gibt es Völker in Äquatornähe, die Depressionen und dadurch bedingte Selbstmorde überhaupt nicht kennen. Die Intensität des Lichtes ist entscheidend, mit der sich Menschen eines Kulturkreises dem Sonnenlicht aussetzen bzw. aussetzen können. Bei uns in Deutschland wird die Zahl der Betroffenen auf zehn Millionen Menschen geschätzt, andere Fachleute gehen davon aus, dass mindestens 20 Millionen Deutsche eine Anfälligkeit für SAD besitzen und mehr oder weniger jahreszeitlich abhängige Veränderungen ihrer Stimmung und ihres Verhaltens erleben. Die Anfälligkeit für SAD ist sicherlich genetisch bedingt. Frauen leiden etwa dreimal so häufig wie Männer unter SAD.

Wie wird SAD behandelt?

Das Mittel erster Wahl ist die Lichttherapie. Mit der Lichtbehandlung wird das Lichtdefizit kompensiert und damit versucht, die Ursache zu beseitigen. Es ist erwiesen, dass Licht für zahlreiche Abläufe im menschlichen Körper als Zeitgeber wirkt. Dabei gelangt das helle Tageslicht über das Auge und die Sehnerven in Form elektrischer Impulse zur inneren Uhr unseres Gehirns. Dieser kleine Zellhaufen im Gehirn (SCN, nucleus supraschiasmaticus) nutzt die Hell-Dunkel-Informationen und veranlasst andere Hirnstrukturen zur rhythmischen Ausschüttung chemischer Botenstoffe (Neurotransmitter), z.B. Melatonin, Serotonin und Noradrenalin. Diese Neurotransmitter regeln u.a. verantwortlich für Schlaf, Stimmung, Konzentrationsfähigkeit, kognitive Fähigkeiten und Antrieb.

Bei der Depression liegt ein Defizit an Serotonin, Noradrenalin u.a. Botenstoffen vor. In Kombination zur Lichttherapie kann der Einsatz von Wirkstoffen sinnvoll sein, welche diesen Mangel kompensieren. Diese sogenannten Antidepressiva kurbeln die natürliche Produktion der Botenstoffe wieder an, hemmen ihren Abbau oder erhöhen ihre Verfügbarkeit. Antidepressiva haben kein Suchtpotential und hinterlassen auch bei längerer Einnahme keine Schädigungen. Manchmal treten unangenehme Nebenwirkungen auf.




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