Ursachen von Angst...
Über die Entstehung von Angst bestehen verschiedene, vielschichtige Theorien.Psychoanalytische Theorien
Dieser Ansatz geht davon aus, dass die Bildung von Symptomen fast immer den Zweck hat, konflikthafte Bestrebungen und Einstellungen im Individuum durch einen Kompromiss miteinander zu versöhnen und so das psychische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.Misslingt eine solche Konfliktlösung tritt Angst auf. Auch wird angenommen, dass die betroffene Person in ihrer Entwicklung nicht die Fähigkeit entwickeln konnte, mit normaler Angst umzugehen.
In konflikthaften Situationen erlebt die Person deshalb eine Überforderung, und es können alte kindliche Ängste in ihr aufsteigen.
Auch treten besonders bei drohendem Verlust einer nahestehenden Bezugsperson oder sozialen Anerkennungsverlusten akute Ängste wie z.B. Trennungsangst auf.
Was die Entstehung von Phobien angeht, so vermutet die psychoanalytische Theorie folgenden Mechanismus:
Treten innerhalb eines Individuums Konflikte auf (z.B. verdrängte sexuelle Phantasien) werden diese durch Abwehrmechanismen nach außen verlagert.
Bei einer Phobie hat der Betroffene dann nicht eigentlich Angst vor dem wirklichen Objekt, auf das er phobisch reagiert, sondern er fürchtet in Wahrheit die unbewusste Phantasie, die mit diesem Objekt in Verbindung steht.
Die äußere steht also für eine innere Angst.
Lerntheoretische Erklärungen
Diese Erklärungen eignen sich insbesondere für die Beschreibung der Entstehung von Phobien. Es wird ein mehrstufiger Prozess angenommen. Zunächst "erlernt" eine Person die Angst vor einer ehemals neutralen Situation. Am Beispiel der Flugangst erklärt bedeutet das: Eine Person, die nie Angst vor dem Fliegen hatte, erlebt bei einem unruhigen Flug die Angst abzustürzen.Die ehemals neutrale oder sogar als angenehm erlebte Situation des Fliegens ist nun mit Angst besetzt. Würde diese Person sich danach wiederholt dieser Situation aussetzen und dabei sehen, dass die Angst unbegründet ist, würde das Fliegen seinen bedrohlichen Charakter verlieren.
Die erworbene Angst vor dem Fliegen hält aber die Person davon ab, sich dieser Situation erneut auszusetzen. Auf diese Weise wird durch die Vermeidung der angstbesetzten Situation die Angst aufrechterhalten, denn die Vermeidung der Situation wird durch das Ausbleiben der Angst "belohnt".
Es kann auch Angst vor einer Situation oder einem Objekt erworben werden, mit der/dem die Person selbst noch nie schlechte Erfahrungen gemacht hat.
So kann beispielsweise bei einem Kind schon Angst vor einer Maus entstehen, weil es gesehen hat, mit welcher Angst seine Mutter auf den Anblick einer Maus reagiert hat.
Durch diese Beobachtung hat es gelernt, dass eine Maus etwas ist, wovor man Angst haben muss


