Verbreitung der Depression
Man schätzt, dass etwa zwölf Millionen Menschen in Deutschland eine Anfälligkeit für eine depressive Erkrankung besitzen. Andere Schätzungen gehen von ca. 20 Millionen Betroffenen in Deutschland aus. Auch immer mehr jüngere Menschen sind davon betroffen, doch sind Depressionen häufige Erkrankungen jeden Lebensalters. Die Häufigkeit der Depression steht im Zusammenhang mit dem Breitengrad und der zur Verfügung stehenden Lichtmenge. Es gibt Völker in der Nähe des Äquators, die die Krankheit Depression gar nicht kennen.In den letzten Jahrzehnten hat das Auftreten der Krankheit Depression deutlich zugenommen. Diese Tatsache erklärt man sich damit, dass sich der Mensch in der technisierten Zeit immer mehr von seiner natürlichen Umwelt unabhängig gemacht hat. Er ersetzt die Außentemperatur durch geheizte Räume und das Sonnenlicht durch künstliche Beleuchtung. Die Menschen in Industrienationen leiden unter Dauerübermüdung, in den letzten 100 Jahren hat sich die durchschnittliche Schlafdauer um ein Fünftel verkürzt. Der chronische Mangel an Licht und Schlaf bringt den Neurotransmitterstoffwechsel aus dem Gleichgewicht und verursacht die Krankheit Depression. Diese "biochronologische Instabilität", diese chronische Störung der inneren Uhr wird von Generation zu Generation stärker vererbt.
Depressionen werden oftmals nicht als Erkrankung erkannt, weil ihre Symptome falsch interpretiert werden oder nur als reaktiv zu körperlichen oder sozialen Problemen interpretiert werden. Das scheinbare Verstehen einer depressiven Erkrankung stellt aber keine Therapie dar und ersetzt diese
auch nicht! Noch zu selten wird die Depression sachgerecht behandelt. Es wird daher wird mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet.


