Wer meint, sechs Stunden Schlaf reichen, irrt!
Nach 14tägigem Schlafmangel ist das Hirn so leistungsfähig wie nach zwei Tagen ganz ohne SchlafPHILADELPHIA (sko). Chronischer Schlafmangel ist schädlicher als weithin angenommen: Wer über 14 Tage nur sechs Stunden oder weniger pro Nacht schläft, hat dadurch kognitive Funktionsstörungen so wie Menschen, die zwei Tage überhaupt nicht geschlafen haben.
Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung von Forschern der University of Pennsylvania School of Medicine in Philadelphia. 50 gesunde Personen im mittleren Alter mit gleichem Schlafbedürfnis schliefen für die Studie entweder über 14 Tage pro Nacht acht, sechs oder vier Stunden, oder aber insgesamt drei Nächten gar nicht. Während der wachen Phasen wurden alle zwei Stunden die Vigilanz, Reaktionszeit sowie kognitive Fähigkeiten überprüft.
Das Ergebnis: Chronischer Schlafentzug mit sechs oder weniger Stunden Schlaf pro Nacht führte zu einer signifikanten Abnahme der kognitiven Fähigkeiten im Vergleich zu der Abnahme bei den acht-Stunden-Schläfern, wie der Psychiater Professor Hans P. A. van Dongen und seine Kollegen berichten (Sleep 26, 2003, 117).
Dabei fühlten sich die Testpersonen fit: Die subjektive Schläfrigkeit nahm nach Beginn des Schlafmangels kurzzeitig zu, änderte sich aber im Verlauf der weiteren Tage nur noch wenig. Doch Personen mit Schlafbeschränkung auf vier Stunden waren nach 14 Tagen nur noch so aufmerksam wie Personen nach zwei schlaflosen Nächten. Außerdem wirkte sich der Schlafentzug auf die Personen, die normalerweise am längsten schliefen, auch am stärksten aus.


