Wenn Sie darauf nicht mit einer Verminderung der Insulinmenge und/oder zusätzlichen BE reagieren, droht in der Regel eine Unterzuckerung.

Es gibt leider kein Patentrezept. Niemand kann eine Rechnung aufstellen nach dem Muster: Drei Stunden Wanderung = x Prozent weniger Insulin oder y Prozent mehr Kohlenhydrate. Zu viele unterschiedliche Faktoren spielen hier eine Rolle. Bevor Sie entscheiden, um wie viel Sie Ihre Spritzmenge reduzieren, sollten sie sich fragen: Was ist das Schlimmste, was mir passieren kann?

Im Zweifel das Insulin kräftiger reduzieren

Ein kurzfristig erhöhter Blutzucker ist schnell und problemlos mit einigen Einheiten Normal- oder Analoginsulin wieder korrigiert, eine schwere Unterzuckerung, besonders im Ausland, kann wesentlich dramatischere Konsequenzen haben. Deshalb im Zweifelsfall lieber in der Testphase das Insulin kräftiger reduzieren, häufig messen und so langsam die individuell benötigte Insulinreduktion herausfinden.

Achten Sie dabei auch besonders auf den so genannten Muskelauffülleffekt! Denn auch wenn Sie abends die körperliche Aktivität beendet und fast vergessen haben, ist für ihren Stoffwechsel die "Nachsorge", zum Beispiel nach einer ganztägigen Wanderung, noch lange nicht beendet. Während der Wanderung verbrennen Sie kontinuierlich Energie, die zum Teil auch aus Ihren eigenen Energiespeichern (Muskeln und Leber) bereitgestellt wird. Nach Ende der Kraftanstrengung wollen diese Glykogendepots wieder aufgefüllt sein. Dazu entziehen die Energiespeicher dem Blut kontinuierlich Zucker. Das bedeutet, dass auch nach Beendigung einer körperlichen Aktivität der Blutzucker weiterhin sinken wird.

Vorsicht bei Alkohol

Gefährlich wird es, wenn Sie nach "getaner Arbeit" den Tag noch mit dem einen oder anderen Bierchen ausklingen lassen. Denn dann wird ihre Leber, die ja ohne Alkoholzufuhr Glukose ausschütten würde, durch die Verbrennung des Alkohols zusätzlich blockiert. Ohne eine entsprechende Reduktion der Insulindosis wird der Blutzuckerspiegel an diesem Punkt bedenklich absinken. Deshalb ist es wichtig, auch zur Nacht die Insulindosis zu reduzieren und vermehrt Kohlenhydrate zuzuführen.

Ein weiterer, wesentlicher Punkt ist die Höhe des Ausgangsblutzuckers, mit dem Sie eine sportliche Aktivität starten. Auch hier gibt es keine allgemeingültigen Empfehlungen, aber die meisten sportlich aktiven Menschen mit Diabetes betrachten Blutzuckerwerte zwischen 150 und 180 mg/dl (8,3 und 10 mmol/l) als einen idealen Start für Ihre Aktivität. Sie sollten mit regelmäßigen Blutzuckermessungen austesten, welcher Ausgangsbereich für Sie persönlich optimal ist.

Bei großer Hitze oder außerordentlicher Kälte gilt es, noch andere Dinge zu berücksichtigen. Besonders das Insulin und die Blutzuckerteststreifen müssen vor Frost und Temperaturen über 40 Grad geschützt werden.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.diabsite.de)




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