gegenwärtigem Kenntnisstand nur in wenigen Fällen empfehlenswert. Seit 1998 ist in Europa die medikamentöse Behandlung von Erektionsstörungen möglich. Bekannt geworden ist die Substanz Sildenafil (Viagra®), weitere Präparate sind Cialis® und Levitra®. Bei circa 60% der Diabetiker kann etwa 30-60 Minuten nach der Einnahme dieser Medikamente eine Erektion zustande kommen, die - je nach Präparat - 2 bis 36 Stunden erlangt werden kann. Nebenwirkungen (Kopfschmerzen, Sehstörungen, Hitzewallungen, Verdauungsstörungen) sind relativ häufig. Mögliche Risiken durch die Einnahme, insbesondere bei Herzerkrankungen, müssen mit dem Arzt gründlich abgeklärt werden. Die genannten Medikamente wirken nicht, wenn das sexuelle Verlangen des Mannes beeinträchtigt oder erloschen ist.

Eine Hormonbehandlung ist nur sinnvoll bei nachgewiesenen hormonellen Störungen (z.B. Geschlechtshormone, Schilddrüse). Medikamenten-Nebenwirkungen als Ursache einer erektilen Dysfunktion müssen ausgeschlossen werden. Nach Absetzen derartiger Arzneimittel (bessert sich gegebenenfalls die sexuelle Funktion rasch. Sie sollten Medikamente jedoch nur in Absprache mit dem Arzt absetzen. Eine Normalisierung der Blutzuckerwerte kann sexuelles Verlangen und Erektionsfähigkeit deutlich steigern.

Psychologische Beratungen und Psychotherapie haben im Zusammenhang mit sexuellen Störungen einen hohen Stellenwert. Es können zum einen seelische Ursachen (z.B. Depressionen, Versagensangst) erkannt und erfolgreich psychotherapeutisch behandelt werden, zum anderen auch die psychischen Folgen für den Betroffenen besprochen und gemildert werden. In einer Familientherapie können Partnerschaftskonflikte als mögliche Ursachen der sexuellen Störung bearbeitet werden. Ebenso können die Auswirkungen der Impotenz für die Partnerschaft betrachtet und gelindert werden. Im gemeinsamen Paargespräch in Anwesenheit von Therapeuten können Wünsche und Erwartungen ausgetauscht und Wege gefunden werden, wie gegebenenfalls konstruktiv mit einer Behinderung umgegangen werden kann. Bei Orgasmus- und Ejakulationsstörungen kann eine Sexualtherapie hilfreich sein. In der Regel sind Fachpsychologen/innen Diabetes (DDG) mit dem Diabetes erfahrene Psychotherapeuten. Sie finden sie im Psychotherapieführer für Menschen mit Diabetes.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.diabetes-psychologie.de)




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