Depressionen: Doppelt so häufig bei Diabetes

 
Depressionen: Doppelt so häufig bei DiabetesIm Zusammenhang mit Diabetes ist das Risiko deutlich erhöht, zugleich an einer Depression zu erkranken. Diese erhöhten Erkrankungszahlen finden sich bei unterschiedlichen Erhebungsmethoden (Fragebogen oder Interview) sowie bei verschiedenen Stichproben. Heute geht man daher davon aus, dass Depressionen bei Menschen mit Diabetes etwa doppelt so häufig vorkommen wie bei Menschen ohne Diabetes. Mindestens jeder 10. Diabetiker ist somit aktuell davon betroffen. Die Untersuchungen zeigen auch, dass das Auftreten einer Depression häufig mit einer schlechteren Stoffwechseleinstellung, mehr Komplikationen und einer deutlich reduzierten Lebensqualität verbunden ist. Besonders bei Menschen mit Folgeerkrankungen ist die Depressionsrate erhöht.

Aus diesem Grund wird übereinstimmend in den Leitlinien der Deutschen Diabetes-Gesellschaft wie auch in den Empfehlungen der Amerikanischen Diabetes Gesellschaft gefordert, dass bei jedem Menschen mit Diabetes in regelmäßigen Abständen geprüft wird, ob eine Depression vorliegt.

Gleichermaßen ein körperliches und seelisches Problem

Anders als bei einem Beinbruch lässt sich eine Depression nur selten auf eine einzelne Ursache zurückführen. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zur Erkrankung. Die früher weit verbreitete Ansicht, dass Depressionen entweder eher körperlich (endogene Depressionen) oder eher psychogen bzw. psychoreaktiv (neurotische Depressionen) bedingt seien, hat die Wissenschaft inzwischen revidiert. Am Anfang einer Depression kann ein seelisches Problem, z.B. die Trauer um einen Todesfall stehen. Richtig ist aber auch, dass sich depressive Stimmungen auf Stoffwechselstörungen im Gehirn zurückführen lassen. Umgekehrt ist bekannt, dass bestimmte körperliche Erkrankungen auch psychische Symptome und Folgen haben. Dies erklärt wahrscheinlich auch die erhöhte Depressionsrate bei Menschen mit Diabetes. Depressionen können daher gleichermaßen sowohl von der körperlichen, biologischen Seite her als auch von der psychischen und psychosozialen Seite her erklärt und behandelt werden.




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