Diabetes und Nervenerkrankungen

 
Diabetes und NervenerkrankungenDiabetiker tragen ein höheres Risiko, eine Nervenschädigung zu entwickeln, als die restliche Bevölkerung. Je länger Diabetes andauert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit einer Nervenschädigung. Das Diabetes Control and Complications Trial (DCCT) hat eine 10-jährige Studie an Typ-1-Diabetikern durchgeführt. Das Ziel der DCCT-Studie war herauszufinden, ob eine strenge Blutzuckerkontrolle die Entstehung von diabetesbedingten Erkrankungen beeinflusst. Die Studie zeigte, dass eine strenge Blutzuckerkontrolle das Risiko einer Nervenschädigung um bis zu 60 Prozent senken kann.

Wie machen sich Nervenschädigungen bemerkbar?

Nervenschädigungen können sich langsam entwickeln. Häufige Symptome sind zumeist unbemerkte Gefühlsverluste in Beinen und Füßen. Es kann aber auch zu unangenehmen Empfindungsstörungen kommen. Darüber hinaus können auch innere Organe betroffen sein. Eine Störung der Magenfunktion (Verdauungsstörung) kann sich ebenso ausbilden wie auch Leitungsstörungen am Herzen. Folgen sind sogenannte "stumme" Infarkte - Schmerzen während des Ereignisses bleiben aus. In einigen Fällen ist auch die Funktion von Drüsen beeinträchtigt, beispielsweise können Schweiß- oder Speichelfluss abnehmen. Bei manchen Diabetikern treten sexuelle Probleme auf, die bei Männern mit Potenzstörungen einhergehen. Frauen können an Trockenheit der Scheide oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr leiden.

Symptome der Nervenschädigungen

  • Kribbeln, Brennen oder Schmerzen in Füßen und Unterschenkeln
  • Taubheitsgefühl in Füßen oder Unterschenkeln
  • Kein Schmerzempfinden durch Schnittwunden, Blutergüsse oder andere Verletzungen an Füßen oder Beinen
  • Schnelles "Völlegefühl" beim Essen
  • Verminderte Schweißbildung
  • Sexuelle Probleme

Behandlung von Nervenschädigungen

Sie sollten einmal jährlich einen Diabetologen oder Neurologen aufsuchen, der die Funktionsfähigkeit der Nerven an Beinen und Füßen überprüft. Beim Vorliegen einer Nervenschädigung wird er unterschiedliche Medikamente zur Linderung der Beschwerden einsetzen.

Vorbeugende Maßnahmen

Diese Maßnahmen können Ihnen helfen eine Nervenschädigung zu vermeiden oder die Entstehung herauszuzögern:
  • Normalisieren Sie Ihren Blutzuckerspiegel. Erarbeiten Sie mit Ihrem Arzt einen persönlichen Einnahmeplan für Ihre Medikamente bzw. Injektionsplan für Insulin, um günstige Blutzuckerwerte zu erzielen.
  • Lassen Sie Ihren Blutdruck behandeln, falls er zu hoch ist.
  • Hören Sie auf zu rauchen! Rauchen schädigt zusätzlich die Nervenzellen.
  • Machen Sie jeden Tag eine Kontrolle Ihrer Füße, bei dem Sie Ihre Füße auf Risse, Schwielen oder andere Veränderungen untersuchen. Informieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Veränderungen feststellen.
  • Lassen Sie Ihre Füße mindestens einmal jährlich bei Ihrem Arzt auf Gefühlsverlust testen. Denn wenn das Gefühl in den Füßen vermindert ist, fällt es Ihnen schwerer, Verletzungen oder Entzündungen festzustellen.
  • Treiben Sie regelmäßig Sport, um die Durchblutung in den Beinen und Füßen anzuregen.
  • Melden Sie alle erkennbaren Symptome frühzeitig Ihrem Arzt.





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