Diabetes und weibliche Sexualität

 
Diabetes und weibliche SexualitätSind Frauen mit Diabetes außerhalb der Schwangerschaft asexuelle Wesen? Diesen Eindruck könnte man gewinnen, denn Themen wie Störungen des Geschlechtslebens und Beschwerden während der Wechseljahre werden im Zusammenhang mit Diabetes kaum berücksichtigt.

In diabetologischen Büchern für Ärzte und Patienten tut man sich meist schwer mit der Sexualität: Während die männliche Sexualität und ihre Störungen unter dem Thema «erektile Dysfunktion» unter dem Kapitel «Folgeerkrankung des Diabetes» abgehandelt wird, beschränkt sich die weibliche Sexualität oft auf den Themenkomplex «Schwangerschaft und Diabetes». Manchmal werden auch Partnerschaftsprobleme auf Grund von Diabetes angesprochen. Hauptthemen bei Arztbesuchen sind die Stoffwechseleinstellung und vorhandene Folgeerkrankungen. Während bei männlichen Patienten mittlerweile die Frage nach Potenzstörungen zum Standardprogramm gehört, scheinen Diabetikerinnen nur während der Schwangerschaft sexuelle Wesen zu sein. Themen wie Störungen des Geschlechtslebens, Wechseljahrbeschwerden oder gar Partnerschaftskonflikte auf Grund von Diabetes werden normalerweise nicht berücksichtigt. Die Sichtweise, dass ein befriedigendes Sexualleben wesentlicher Bestandteil der Lebensqualität eines Patienten ist und daher berücksichtigt werden muss, ist beim Diabetes wie auch bei anderen chronischen Erkrankungen noch weitgehend neu.

Von Männern und Frauen und ihrer Sexualität

Vergleicht man die Inhalte von Gesprächsgruppen mit Frauen und Männern zum Thema Sexualität, so könnte man zum Schluss kommen: Männer thematisieren eher die Praxis der Sexualität, Frauen die Inhalte und die psychosozialen Rahmenbedingungen. Haben Diabetikerinnen also in Analogie zur männlichen Impotenz wirklich organische Störungen, wenn sie über Beischlafprobleme berichten, oder sind diese nur Ausdruck einer ungelösten psychischen Problematik? Soll ein Diabetologe, ein Gynäkologe oder doch lieber ein Neurologe oder Psychotherapeut aufgesucht werden?
So einfach diese Frage erscheint, so schwer tut sich selbst die Wissenschaft, sie zu beantworten. Im Gegensatz zu mittlerweile zahllosen Studien zum Thema Sexualstörungen bei männlichen Diabetikern finden sich weniger als zwanzig Arbeiten zu diesem Thema bei diabetischen Frauen. Und diese kommen je nach untersuchter Patientengruppe zu unterschiedlichen Ergebnissen. Vor allem fehlen Langzeitstudien, die eine grosse Anzahl Diabetikerinnen mit altersgleichen Nichtdiabetikerinnen vergleichen. Ausserdem fällt es schwer, organische Beschwerden von seelischer Problematik zu trennen.

Von Lust und Frust beim Lieben

Männer mit Störungen der Sexualität werden als impotent (= ohnmächtig, unfähig) bezeichnet, Frauen als frigide (= gefühlskalt). Ein Mann sollte also vor allem Macht und Fähigkeit vorweisen, eine Frau dagegen Gefühl! Die beiden Geschlechter unterscheiden sich jedoch in den Abläufen des Geschlechtsaktes nicht wesentlich voneinander: Bei beiden lässt sich der Geschlechtsakt in Erregung und Orgasmus unterteilen. Störungen der Erregungsphase werden als «Tumeszensprobleme» bezeichnet, die des Orgasmus als Orgasmusprobleme. Als Pendant zur Erektion des Gliedes in der Erregungsphase werden bei der Frau Schamlippen, Scheide und Klitoris lesen Sie weiter




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!