Schmerzen im Bereich der Scheide können auch durch bakterielle Infektionen und Pilzerkrankungen verursacht werden. Eine schlechte Stoffwechseleinstellung leistet diesen Erkrankun-gen Vorschub. Nach den Wechseljahren trägt unabhängig vom Diabetes auch der zunehmende Östrogenmangel zum geringen Feuchtwerden der Schleimhäute bei. Orgasmusstörungen sowie eine fehlende sexuelle Zufriedenheit sind bei Diabetikerinnen nicht häufiger als bei Nichtdiabetikerinnen. Sind diese vorhanden, sollte ursächlich vor allem an psychische Probleme gedacht werden. Die weibliche Sexualität beinhaltet sie im Vergleich zur männlichen in erheblicherem Mass.
Von der Fruchtbarkeit und dem Leben danach
Die Fruchtbarkeit der Diabetikerin kann eingeschränkt sein, wenn der Diabetes bereits im Kindes- und Jugendalter auftrat, die Stoffwechseleinstellung ungenügend ist und/oder bereits erhebliche diabetesbedingte Folgeerkrankungen bestehen. Diabetikerinnen leiden im Vergleich zu Nichtdiabetikerinnen häufiger unter Zyklus- bzw. Menstruationsbeschwerden. Bei Typ-1-Diabetikerinnen tritt die Menarche, d.h. die erste Regelblutung, im Vergleich zu Altersgenossinnen im Durchschnitt 1,5 Jahre später auf. Eine ungewollte Kinderlosigkeit tritt jedoch nicht häufiger auf. Das Ende der Fruchtbarkeit wird durch die letzte Regelblutung, auch Menopause genannt, gekennzeichnet. Neben den bekannten Symptomen der Menopause kann es bei der Diabetikerin durch den wechselnden Hormonstatus zu einer labilen Stoffwechsellage kommen. Während dieser Zeit sollte die Stoffwechselkontrolle intensiviert werden, um Veränderungen des Blutzuckers rechtzeitig zu erfassen.Von der Diabeteseinstellung und der Einstellung zum Diabetes
Für eine erfüllende und bereichernde Sexualität muss jede Frau, ob mit oder ohne Diabetes, «ja» zu sich sagen können. Sie muss lernen, ihren Körper anzunehmen, und in der Lage sein, ihre Bedürfnisse wahrzunehmen und auch auszudrücken. So kann sie frei und ohne Scheu die Sexualität geniessen. Empfindet eine Diabetikerin ihre Erkrankung jedoch als Makel oder fühlt sie sich dem Diabetes sogar ausgeliefert, fällt es ihr schwerer, sich selbst als positiv zu erleben. Moderne Stoffwechseleinstellung mit flexibler Lebensgestaltung kann hier eine Hilfe sein. Und eine gute Stoffwechseleinstellung, die Folgeerkrankungen vermindert, stützt sicher auch das Selbstbewusstsein.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.diabetes-austria.com)


