Zahlen über die Häufigkeit sind nicht bekannt. Insulin induziert eine Stimulation anaboler Stoffwechselwege wie die Glykogensynthese, die Lipidsynthese und die Proteinsynthese. Ob Insulin auch leistungssteigernd wirkt, ist umstritten. Professor Klaus Müller, Leiter des Instituts für Dopinganalytik und Sport-Biochemie in Kreischa, bezweifelt das. Trotzdem, so ist auch Müller überzeugt, wird Insulin zu diesem Zwecke mißbraucht. Daher habe man die Substanz vor drei Jahren auf die Liste der verbotenen Doping-Präparate gesetzt. Doch Insulin ist leicht verfügbar. Damit sind auch Hausärzte in Gefahr, von geschickten Dealern oder Dopingkonsumenten hinters Licht geführt zu werden. Athleten könnten aufgrund der Verfügbarkeit schneller in Versuchung kommen, die Substanz zu mißbrauchen. Strasburger befürchtet, daß die
Nebenwirkungen oft nicht bekannt sind: "Im Extremfall führt die Hypoglykämie zu Hirnschädigungen bis hin zum Tod." Auf Insulin wird im Hochleistungssport nicht getestet. Dabei wäre ein Nachweis leicht zu führen, meint Strasburger, der im Auftrag des Internationalen Olympischen Komitees auch ein Verfahren zum Nachweis von Wachstumshormonen entwickelt hat. Ausgangspunkt sei das Verhältnis von dem aus Pro-Insulin hergestellten Insulin und dem Fragment C-Peptid. "Wenn jemand reichlich Insulin von außen zuführt, dann hat er viel Insulin und kaum C-Peptid, und darüber müßte man das eigentlich gut nachweisen können. Dem Bericht der britischen Ärzte zufolge nutzen mittlerweile auch
Ausdauersportler Insulin, um ihre Leistung zu steigern. Durch die Kombination von Insulin und
Glykogen ließen sich die Energiereserven der Muskeln vor dem Wettkampf erhöhen. Eine leistungssteigernde Wirkung in diesem Bereich hält Strasburger für unwahrscheinlich, wenngleich er sie nicht ganz ausschließen kann.