Kinder und Diabetes
Schock - Hilflosigkeit - Bestürzung, das sind meist die ersten Gefühle der Eltern. Aber erinnern Sie sich noch, wie Ihr Kind auf die Diagnose reagiert hat? Können die Eltern das in dieser Situation überhaupt wahrnehmen, oder haben Sie Ihr Kind später einmal danach gefragt?Für mich hatte der Diabetes erst einmal nichts Schlimmes. Ich konnte mir die Konsequenzen gar nicht vorstellen und ging damit unbekümmert um, wie Kinder das oft tun. Im Gegenteil, mein erster Krankenhausaufenthalt war insgesamt ein spannendes Erlebnis. Tatsächlich habe ich - und das ist sicherlich individuell sehr unterschiedlich - meinen Diabetes als Kind und Teenager dazu "missbraucht", mich interessant zu machen: Ich informierte alle Menschen in der Umgebung über den Diabetes, erklärte ihnen den Unterschied zwischen Typ 1 und 2 - ob sie es hören wollten oder nicht. Und gerne demonstrierte ich meinen Mut, indem ich zeigte, dass mir das Spritzen mit den damals langen Nadeln nichts ausmachte.
Doch viele Kinder reagieren anders: Manche weinen tagelang oder werden ungewöhnlich still und nachdenklich, weil die Bestürzung der Eltern bzw. anderer Erwachsener sie verunsichert. Viele Kinder wollen mit ihrem Diabetes nicht in den Vordergrund treten - keine Sonderrolle spielen, die vor allem in Schule oder Clique zu Problemen führen kann. Sie wollen einfach in Ruhe gelassen werden!


