Diese Aversion gegen das Spritzen steigert sich bis zur Hysterie. Ich vermute, dass es ein psychisches Problem ist. Er sagt selbst, dass die Spritze nicht so sehr weh tut, aber er lehnt sich dagegen auf.
Wie kann ich ihm helfen, dass er die Situation akzeptiert?
Antwort
Die Abwehr gegen das Spritzen ist zunächst einmal ganz natürlich bei einem Kind, das Diabetes bekommen hat. Da das Problem erst zwei Wochen nach Diabetesbeginn auftauchte, kann es auch Ausdruck dafür sein, daß sich Ihr Sohn verständlicherweise dagegen auflehnt Diabetes zu haben, weil ihm langsam bewußt wird, daß er nun für immer spritzen muß.
Ich würde Ihnen empfehlen, sich möglichst bald Hilfe zu holen:
zunächst einmal durch Gespräche mit anderen Eltern - Adressen von Selbsthilfegruppen bekommt man bei dem regionalen Diabetiker Bund (DDB). Vielleicht ergibt sich dadurch auch die Möglichkeit, daß der Junge andere Kinder kennenlernt, die ebenfalls Diabetes haben. Gegebenenfalls würde ich auch den betreuenden Kinderarzt zu Rate ziehen.
Insgesamt bleibt es wichtig, dem Kind Zeit zu lassen, sich an den Diabetes zu gewöhnen, auch wenn die Therapie dadurch nicht immer "perfekt" ist. Wesentlich unterstützt werden kann der Junge auch dadurch, daß der Diabetes nicht zur Hauptsache wird, sondern andere Interessen und Wünsche vorrangigen Platz im Leben Ihres Sohnes behalten.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.diabsite.de)


