schwierig. Die Ablösung der Kinder macht erst einmal Angst. Der für die Jugendlichen in der Pubertät typische Wechsel zwischen Nähe und Distanz zu ihren Eltern, ist für diese oft nur schwer zu ertragen. Sie fühlen sich zurückgewiesen, abgewertet, nicht mehr gebraucht. Tatsache ist jedoch, dass die Eltern in dieser Zeit wichtiger sind denn je.

Die Jugendlichen brauchen jemanden, an dem sie sich reiben können. Sie brauchen Auseinandersetzungen ebenso wie Grenzen, feste Regeln und Prinzipien. Wenn emotionale Wärme und das Gefühl von Sicherheit kombiniert werden mit dem Gewähren von Freiräumen und der Formulierung von klaren Grenzen, dann haben Jugendliche die Chance sich zu entwickeln und als starke junge Männer oder Frauen die Pubertät hinter sich zu lassen. Doch für die Eltern ist es oft schwierig, die richtige Balance zu finden zwischen Halten und Loslassen, zwischen dem Gewähren von Freiräumen und dem Setzen von Grenzen, zwischen Vertrauen und Kontrolle. Die Kunst des Elternseins in dieser Zeit besteht darin, Grenzen zu setzen, wo sie nötig sind und trotzdem durch einen Vorschuss an Vertrauen die Eigenverantwortlichkeit der Jugendlichen zu stärken. Auseinandersetzungen müssen geführt und Provokationen dürfen nicht persönlich genommen werden. Während der Pubertät ihrer Kinder brauchen die Erwachsenen viel eigene innere Sicherheit und Stärke. Sie müssen lernen zu unterscheiden zwischen pubertärem Übermut und echten Grenzüberschreitungen.

Stellen Sie sich darauf ein, dass die Zeit, in der Sie der oder die Größte für Ihren Sohn oder Ihre Tochter waren, vorbei ist. Arbeiten Sie daran, Ihrem Kind ein erwachsener Partner zu sein. Das ist die beste Voraussetzung dafür, dass Sie und Ihr Kind gesund und gestärkt aus dieser Phase der Neuorientierung und des Umbruchs hervorgehen.

Natürlich gibt es auch Jugendliche, bei denen es in dieser schwierigen Übergangszeit nicht bei den normalen Streitigkeiten und Auseinandersetzungen bleibt. Einige Kinder werden auffällig oder sogar krank. Jugendliche beginnen zu rauchen und greifen zum Alkohol. Manchmal werden auch Drogen ausprobiert. Auch das Essverhalten kann problematisch werden. Magersucht und Ess-Brech-Sucht, Bulimie genannt, treten in der Pubertät oft zum ersten Mal auf. Die Pubertät ist eine Zeit des Ausprobierens und der Neuorientierung, aber auch der Labilität und der Stimmungsschwankungen. Depressive Verstimmungen bis hin zu Selbstmordgedanken kommen vor.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:www.optipage.de)




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