Die Haustiere erkranken oft am D., dem übrigens sehr verschiedene Ursachen zu Grunde liegen können. Unerheblich ist der D. bei den herbivoren Haustieren nach der Fütterung von jungem Klee und nach dem Besuch der Weiden, beim Rindvieh nach der Fütterung von Schlempe, Rüben, rohen Kartoffeln und Kleie. Von größerer Bedeutung ist derselbe bei ganz jungen Tieren in der Periode des Saugens und in den ersten Monaten nach derselben. Hier besteht eine krankhafte Tendenz zu sauren Gärungen in den genossenen Futtermitteln; die Säuren reizen die Magen- und Darmschleimhaut und unterhalten in derselben einen Katarrh. Gute Dienste leistet hiergegen die anhaltende Verabreichung von Magnesia mit bittern und gerbstoffhaltigen Mitteln. Der durch Erkältung entstehende D. verlangt eine sorgfältige diätetische Pflege der Tiere und Darreichung von Heu und reinem Körnerfutter. Nützlich ist dabei die Darreichung von bittern und schleimigen Medikamenten (kleine Dosen von Aloe, Rhabarber oder Kalmuswurzel mit doppeltkohlensaurem Natron in Altheeschleim). Der chronische D., der in einer krankhaften Auflockerung der Dickdarmschleimhaut beruht, ist bei den Tieren oft unheilbar. Pferde und Rinder erleiden bei demselben nach Wochen oder Monaten eine progressiv zunehmende Abmagerung mit starkem Verfall der Kräfte (kachektischer D.). In seltenen Fällen beruht der D. auf geschwulstbildenden Krankheitsprozessen am Darm oder in Verwachsungen einiger Darmschlingen untereinander oder mit der Bauchwand. Eine Heilung dieser Arten des Durchfalles ist nicht möglich. Als Symptom von Vergiftungen ist der D. gewöhnlich ein Merkmal schwererund lebensgefährlicher Erkrankung.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://susi.e-technik.uni-ulm.de:8080/Meyers2)


