Reisedurchfall, meistens nicht erwünscht
Der Reisedurchfall betrifft 20-50% aller Reisenden von der so genannten 1. in die so genannte 3. Welt. Er ist somit das weitaus häufigste Krankheitssymptom im Urlaub. Auch wenn es selten zu bedrohlichen Situationen kommt, ist die Auswirkung auf Urlaub und Erholung manchmal gravierend.Vorbeugung
Die Wege der Ansteckung sind vielfältig, doch mit wenigen, eigentlich selbstverständlichen Vorsichtsmaßnahmen ließen sich viele dieser unangenehmen Episoden vermeiden. Als „gefährliche Lebensmittel" gelten:- Leitungswasser
- Eiswürfel und Speiseeis
- Milch und unpasteurisierte Milchprodukte
- Salate
- Obst ohne Schale, die vor dem Verzehr entfernt wird
- Roher Fisch
- Mayonnaisen, Kaltschalen, kalte Saucen
Medikamentöse Vorbeugung
Verschiedene Substanzen wurden in den letzten Jahren zur Vorbeugung von Reisedurchfall getestet. Üblicherweise wird auf Grund von möglichen Nebenwirkungen von einer generellen Verwendung abgeraten. Für einzelne Reisende mit bestimmten Grunderkrankungen oder Empfindlichkeiten macht eine medikamentöse Prophylaxe aber unter Umständen Sinn.Behandlung
Die wichtigste Maßnahme im Fall eines Reisedurchfalls ist der Ersatz der über den Darm verlorenen Flüssigkeit. In leichten Fällen trinken Sie, was Ihnen schmeckt. Wenn der Durchfall stark ist, sollten Sie nach Möglichkeit isotone Flüssigkeiten zu sich nehmen. Solche Präparate sind in Apotheken erhältlich (für Reisen praktisch: Pulver zum Auflösen). Ist so etwas nicht zur Hand, können sie ausgewogene Lösungen auch einfach selbst herstellen:- Auf einen Liter Wasser (aus der Flasche!) kommen ½ TL Salz + 2 TL Zucker + ½ TL Natriumbikarbonat (das ist Speisesoda, nicht Backpulver, wie in manchen Broschüren irrtümlich angeführt).
- Nach 1-2 Tagen bessern sich die Symptome meist wieder. Medikamente, die die Durchfallhäufigkeit reduzieren („stopfende Präparate") werden aus ärztliche Sicht nicht empfohlen und können bei fieberhaften oder blutigen Durchfällen sogar gefährlich sein!!
- Medikamente gegen Übelkeit oder Bauchkrämpfe aus der Reiseapotheke können die ersten Tage erleichtern.
- Eine eventuelle Selbstbehandlung mit Antibiotika muss vor der Reise mit Ihrem Arzt besprochen und genau erklärt werden.
- Bei Durchfall, der länger als 4 Tage anhält, bei blutigen Durchfällen bzw. bei hohem Fieber sollten Sie eine medizinische Institution aufsuchen.


