Reisen nach Afrika: Leishmaniase - eine unterschätzte Gefahr

 
Reisen nach Afrika: Leishmaniase - eine unterschätzte GefahrReiseziele an der Mittelmeerküste im nördlichen Afrika werden immer beliebter; denn sommerliche Temperaturen sind praktisch garantiert und gefährliche Tropenkrankheiten wie Malaria und Gelbfieber gibt es nicht. Das denken viele. Doch nicht selten macht die winzige Sandmücke einen Strich durch diese Rechnung. Rund zwei Millionen Mal im Jahr gelingt es ihr weltweit, mit einem einzigen Stich die Erreger der so genannten Leishmaniase zu übertragen. Das ist eine Erkrankung, die in unterschiedlichen Formen zum Ausbruch kommt. Sie ist in den Regionen rund ums Mittelmeer verbreitet. Die innere (viscerale) Leishmaniase oder auch Leishmaniose löst unter anderem Fieber sowie eine Leber- und Milzvergrößerung aus und kann unbehandelt zum Tod führen. Die Hautleishmaniase verursacht schuppende oder auch zum Geschwür aufbrechende Hautveränderungen, die bleibende Narben hinterlassen.

Zwar ist davon überwiegend die einheimische Bevölkerung betroffen, aber auch vor Touristen macht die Sandmücke nicht halt. Reisemediziner warnen daher, denn die einzige Vorsorge ist der Schutz vor Insektenstichen, beispielsweise durch entsprechende Kleidung und mückenabweisende Mittel, so genannte Repellents. Wenn eine Infektion erst einmal ausgebrochen ist, kann gerade bei der inneren Form der Erkrankung eine frühe Behandlung viel Gefahr und Leid abwenden.

Leishmaniasen werden durch parasitäre Einzeller, die Leishmanien, ausgelöst. Es gibt verschiedene Arten von Leishmanien, die regional unterschiedlich verbreitet sind und drei unterschiedliche Krankheitsbilder hervorrufen. Die Übertragung aller Formen erfolgt in der Nacht durch Sandmücken (Phlebotomen).

Bei der inneren Leishmaniase, vor Ort auch als Kala-Azar oder Dumdum-Fieber bezeichnet, befallen die Leishmanien die inneren Organe. Andere Leishmanien verursachen an der Einstichstelle ein chronisches Hautgeschwür, die Hautleishmaniase oder Orientbeule. Innere Organe sind nicht betroffen. Die Krankheit kann auch noch drei Wochen (Hautleishmaniase) bis vier Monate (innere Leishmaniase) nach der Rückkehr aus dem Urlaub ausbrechen. Die Inkubationszeit ist lang, und der Mückenstich wird oftmals gar nicht bemerkt. Eine dritte Form ist die Haut-Schleimhaut Leishmaniase. Die Erreger befallen bevorzugt die Schleimhäute, oft im Nasen- oder Mundbereich. Im Krankheitsverlauf kann es – unbehandelt – zu tief greifenden Zerstörungen im Nasen-Rachen-Raum kommen. Zu den gefährdeten Gebieten gehören neben Afrika der Mittelmeerraum, Asien und Amerika. Vorbeugen kann man allein durch konsequenten nächtlichen Mückenschutz.




Infoflasche die meist komplette Informationsquelle! Helfen Sie uns Infoflasche zu ergänzen und promoten Sie gleichzeitig ihre Site. Haben Sie noch interessante Informationen? Machen Sie sich infoflasche Partner!