Chronische Erkrankung: Die entzündliche Reaktion auf abgestorbene Eier und die daraus resultierenden Vernarbungen können über Jahre zu schweren Funktionsstörungen der betroffenen Organe führen. Im Darm äußert sich das mit der Ausbildung von Schleimhautwucherungen und blutigen Durchfällen, in der Leber mit Symptomen wie bei einer Leberzirrhose, im Harntrakt mit Entzündungen, narbigen Verengungen der Harnleiter und einem erhöhten Risiko für Harnblasenkrebs.
All diese Spätfolgen finden sich praktisch ausschließlich bei Menschen, die in den Endemiegebieten leben und nicht bei Touristen, wahrscheinlich sind viele wiederholte Infektionen über Jahre dafür nötig. Infektionen bei Touristen sorgen eher mit dramatischen Einzelberichten für Schlagzeilen. An manchen Stellen unseres Körpers kann auch ein einziges fehlgeleitetes Schistosomenei zur Katastrophe führen. So wurde über Lähmungen durch entzündliche Schwellung im Rückenmark oder im Gehirn berichtet.
Diagnose
Ab etwa 3 Monaten nach der Ansteckung finden sich die Eier der Schistosomen im Harn oder Stuhl. Geschulte Labors können so die Infektion zweifelsfrei nachweisen. Auch ein serologischer Nachweis (Antikörperbestimmung - Blutabnahme) ist ab diesem Zeitpunkt möglich und bei Reisenden sinnvoll und recht verlässlich.Vorbeugung
Gegen Schistosomiasis gibt es weder eine Impfung noch eine medikamentöse Vorbeugung. Es bleibt also nur das Vermeiden einer Ansteckung. Da es keine verlässliche Möglichkeit gibt, befallene Gewässer zu erkennen, muss Süßwasser in den Verbreitungsgebieten der Schistosomiasis generell gemieden werden. Salzwasser und chlorierte Pools sind ungefährlich. Gelegentlich wird empfohlen, sich nach potentiellem Kontakt mit Larven kräftig abzufrottieren. Auf diese Weise können tatsächlich Larven, die noch nicht völlig eingedrungen sind, abgerieben werden – bei ungewolltem Wasserkontakt also auf jeden Fall wichtig. Als Vorbeugemaßnahme ist es jedoch auf keinen Fall sicher genug! Falls Sie während des Urlaubs mit Schistosomen in Kontakt gekommen sein könnten, sollten Sie ca. 3 Monate nach Ihrer Rückkehr eine Screening- Untersuchung machen lassen (Antikörpertest).Therapie
Es steht ein sicheres und wirksames Mittel zur Behandlung der Schistosomiasis zur Verfügung. In den meisten Fällen genügt eine eintägige Kur. In vielen Fällen kommt es sogar zu einer gewissen Besserung der Spätschäden.(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.traveldoc.at)


