Die "innere Uhr" oder: Jede Krankheit hat "ihre Zeit"
Die meisten Lebensfunktionen des Menschen sind durch einen rhythmischen Verlauf gekennzeichnet. Während der Herzschlag Schwankungen im Sekundenbereich zeigt, richtet sich der Schlaf nach dem so genannten zirkadianen (Tag/Nacht) Rhythmus. Die Schlafdauer verändert sich aber auch mit den Jahreszeiten. Im Winter schlafen wir länger, im Sommer kürzer. Das Sonnenlicht spielt für den Schlaf/Wach-Rhythmus eine wichtige Rolle. Bei Dunkelheit enthält das Blut in besonders hoher Konzentration das "Schlafhormon" Melatonin. Die "innere Uhr" sorgt dafür, dass zwischen zwei und drei Uhr nachts die Leistungsfähigkeit auf ihrem Tiefpunkt ist und der Organismus sich erholen kann.Sobald die Augen das Tageslicht wahrnehmen, versiegt die Produktion des Schlafhormons. Der Melatoninspiegel im Blut sinkt, wir wachen auf. Auf diese Weise beeinflusst die Natur unsere "innere Uhr". Menschen, die gegen ihre "innere Uhr" leben, wie etwa Schichtarbeiter, reagieren häufig mit Schlaf-, Herz- und Kreislaufstörungen. Eine andauernde Müdigkeit am Tage ist die Folge der permanenten "Zeitverschiebung". Viele Krankheiten werden durch den Tag/Nacht-Rhythmus beeinflusst – eine der Bekanntesten ist nächtliches Asthma. Vor allem unterliegen jedoch Herz-Kreislauf-Erkrankungen einem zirkadianen Rhythmus. So treten Angina pectoris, Herzinfarkt, Störungen der Herzschlagfolge und Schlaganfall am häufigsten frühmorgens nach dem Aufwachen auf.
Man weiß heute, dass die erhöhte körperliche und geistige Aktivität nach dem Aufwachen die Ausschüttung leistungssteigender Stoffe wie Adrenalin in den Kreislauf verursacht, wodurch der Herzmuskel verstärkt belastet wird. Gleichzeitig sind die Mechanismen der Blutgerinnung aktiver, was das Thromboserisiko in den Herzkranzgefäßen und in den Gehirn versorgenden Gefäßen erhöht.


