Frauenherzen sind zerbrechlich

 
Frauenherzen sind zerbrechlichStellen Sie sich vor, Sie haben einen Herzinfarkt und merken es nicht. Karin M. aus München ist genau das passiert: starke Schmerzen im Oberbauch, begleitet von Kurzatmigkeit und Schweißattacken. Die 48-Jährige hätte einige Ursachen für ihre Beschwerden nennen können, an einen Herzinfarkt hat sie aber nicht gedacht. „Den Arzt habe ich erst gerufen, als ich die Bauchschmerzen kaum mehr ausgehalten habe“, so die Patientin heute. Wie ihr ergeht es vielen Herzinfarkt-Patientinnen im „besten Alter“.

Dabei ist es für Frauen wirklich wichtig, die Warnzeichen zu kennen. „Herzinfarkt ist Männersache. Als Frau muss man vielmehr befürchten, an Brustkrebs zu erkranken“, so die landläufige Meinung. Falsch! Prozentual liegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen in der weiblichen Todesursachenstatistik auf Platz eins (51 %), weit vor dem Tod durch Brustkrebs (2 %).

Empfindsames Frauenherz

Natürlich haben die Risikofaktoren, denen sich Frauen in den letzten Jahren aussetzen, zugenommen. Rauchen, Übergewicht, ein hoher Cholesterinspiegel im Blut, ein unbehandelter Bluthochdruck, Bewegungsmangel, Stress – all das sind Faktoren, die einen Infarkt begünstigen können. Auch die Hormonersatztherapie, von der man früher annahm, sie könnte Frauen nach den Wechseljahren vor einem Herzinfarkt schützen, ist heute umstritten. Aber das sind nicht allein die Gründe, warum Frauen häufiger am Infarkt sterben als Männer.

Die Unwissenheit vieler Frauen um diese Krankheit ist eine der Hauptursachen. Bei einem Herzinfarkt stirbt ein Teil des Herzmuskels durch den Verschluss eines Herzkranzgefäßes ab. Jetzt muss es den Medizinern gelingen, innerhalb weniger Stunden nach einem solchen Ereignis das verschlossene Gefäß wieder zu öffnen. Daher sollte jeder bei Verdacht auf einen Herzinfarkt so rasch wie möglich im Krankenhaus behandelt werden. Denn die Chance zu überleben, aber auch die Belastbarkeit und Lebensqualität danach hängen unter anderem davon ab, wie schnell der Verschluss der Herzkranzgefäße mit Medikamenten beseitigt oder mit einem Ballonkatheter aufgedehnt werden kann.

Jede Minute zählt

Der Herzinfarkt gehört wirklich zu jenen lebensbedrohlichen Erkrankungen, bei denen jede Minute zählt. Und hier liegt einer der Gründe, warum die Prognose einer Frau nach einem Infarkt derzeit noch schlechter ist als bei Männern. Bei vielen Frauen vergeht einfach zu viel kostbare Zeit, bis der Rettungsdienst gerufen und der Infarkt diagnostiziert wird. Einer der Gründe: Die Betroffene erlebt einen Infarkt und dessen Vorzeichen häufig anders als ein Mann




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