Fisch. Eleganter und auch weniger aufwändig ist das, „Reverse Genetics“ Verfahren bei dem verdächtige Gene abgeschaltet werden. Dabei bedienen sich Wissenschaftler eines fast „natürlichen“ Tricks: Sie fischen die Kopien der Gene aus den Zellen heraus. Jede Zelle speichert in ihrem Erbgut alle Informationen, die der Körper zum leben braucht – sie gibt aber nur solche frei, die auch wirklich benötigt werden. Wie Wörter liegen die Gene auf der DNA und warten darauf abgelesen zu werden. Um sie in köpereigene Bausteine zu übersetzten, macht sich der Körper ein äußerst einfaches wie effektives System zu Nutze: Er kopiert sie. Kleine Moleküle schreiben die Informationen einfach ab und transportieren sie zu den Maschinen, die sie weiterverarbeiten können.

„Und genau diese „Botschafter“ fangen wir ab, verändern und vervielfältigen sie und spritzen sie den Fischembryos“, sagt Rottbauer. Dort verursachen sie dann genau das Gegenteil von dem, was einst ihre Aufgabe war: Sie blockieren die Gene aus denen sie hergestellt wurden. Dieses „Antisense“ Verfahren ist aber nur Genen vorbehalten, die wir schon kennen. „Mit dem „Forward Genetics“ Verfahren können wir hingegen bisher unbekannte Gendefekte erkennen“, sagt Rottbauer. „Anschließend analysieren wir das Erbgut der herzkranken Menschen, um wohlmöglich ähnliche Defekte zu finden“, erläutert Rottbauer. „Aber diese Arbeit macht man natürlich nicht mal eben nach Dienstschluss“, sagt er. "Man muss einfach viel mehr Zeit investieren." Mit Erfolg. Als „sehr zielstrebig“ beschreibt ihn Steffen Just. Der Molekularbiologe schreibt gerade seine Doktorarbeit unter der Obhut von Rottbauer – und findet seinen Chef ziemlich gut. „Er ist sehr hilfsbereit, nimmt sich Zeit für Diskussionen und fördert seine Mitarbeiter.“ Fordern würde er allerdings auch viel – vor allem Ergebnisse, fügt er hinzu und grinst.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.ngfn.de)




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