„Und genau diese „Botschafter“ fangen wir ab, verändern und vervielfältigen sie und spritzen sie den Fischembryos“, sagt Rottbauer. Dort verursachen sie dann genau das Gegenteil von dem, was einst ihre Aufgabe war: Sie blockieren die Gene aus denen sie hergestellt wurden. Dieses „Antisense“ Verfahren ist aber nur Genen vorbehalten, die wir schon kennen. „Mit dem „Forward Genetics“ Verfahren können wir hingegen bisher unbekannte Gendefekte erkennen“, sagt Rottbauer. „Anschließend analysieren wir das Erbgut der herzkranken Menschen, um wohlmöglich ähnliche Defekte zu finden“, erläutert Rottbauer. „Aber diese Arbeit macht man natürlich nicht mal eben nach Dienstschluss“, sagt er. "Man muss einfach viel mehr Zeit investieren." Mit Erfolg. Als „sehr zielstrebig“ beschreibt ihn Steffen Just. Der Molekularbiologe schreibt gerade seine Doktorarbeit unter der Obhut von Rottbauer – und findet seinen Chef ziemlich gut. „Er ist sehr hilfsbereit, nimmt sich Zeit für Diskussionen und fördert seine Mitarbeiter.“ Fordern würde er allerdings auch viel – vor allem Ergebnisse, fügt er hinzu und grinst.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.ngfn.de)


