Schichtarbeit, was kann man tun?

 
Schichtarbeit, was kann man tun?

Schichtarbeit

In der Bundesrepublik Deutschland arbeiten knapp fünf Millionen Menschen mindestens gelegentlich nachts, darunter 800.000 Menschen ständig. Nachtschichtarbeit bringt viel Risiken für die Arbeiter mit sich:
  • Der chronobiologische Rhythmus der Schichtarbeiter ist nie im richtigen Takt.
  • Nachtschichtarbeiter arbeiten doppelt gegen ihre Innere Uhr: Sie arbeiten, wenn ihr Organismus auf Schlaf geschaltet ist, und müssen schlafen, wenn dieser eigentlich aktiv sein will.
  • Der Schlaf von Nachtarbeitern ist qualitativ schlechter als der normale Nachtschlaf. Er ist kürzer und enthält erheblich weniger Tiefschlaf.
  • Langfristig führt Schichtarbeit zu gravierenden körperlichen und psychischen Problemen: Herz-Kreislaufstörungen, Beschwerden des Verdauungssystems, Magenbeschwerden, innere Unruhe, Nervosität, vorzeitige Ermüdung, Erhöhung der Depressionsanfälligkeit, Schlafstörungen auch Jahre nach Beendigung der Schichtarbeit
  • Nachtschichtarbeiter schlafen häufig bei der Arbeit ein oder sind übermüdet. Dadurch steigt die Unfallhäufigkeit.
  • Zwischen Mitternacht und sechs Uhr morgens steigt das Risiko für Straßenverkehrsunfälle mit tödlichem Ausgang deutlich an.

Was kann man tun?

Chronobiologische Erkenntnisse helfen dabei, Schichtpläne so zu gestalten, dass die negativen Folgen der Schichtarbeit etwas reduziert werden können. Da Menschen eine durchwachte Nacht problemlos in der folgenden Nacht kompensieren können, sieht der ideale Schichtplan nur vereinzelte Nachtschichten vor. Das ist allerdings vor allem aus Planungsgründen kaum möglich. Als zweitbeste Variante empfiehlt die Chronobiologie deshalb maximal drei Nahtschichten hintereinander. So lange versucht die Innere Uhr gar nicht erst wirklich, sich umzustellen - was ja letztlich ohnehin erfolglos bliebe.

Ein schnell rotierendes Schichtsystem mit wenigen tagen in der gleichen Schicht ist chronobiologisch besser zu bewältigen als ein langsam rotierendes, etwa eines im Wochenrhythmus. Wechselschichten sollten immer nach vorne rotieren, also in der Reihenfolge Frühschicht - Spätschicht - Nachtschicht. Dann muss man nämlich keine zusätzliche Verkürzung des inneren Rhythmus verkraften, an die sich der Organismus ja nur ganz besonders schwer anpasst

Generell sollten auch jüngere Menschen nur wenige Jahre Schichtarbeit leisten, damit ihre Innere Uhr die Chance hat, wieder in den normalen Takt zurückzukehren.




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