Ambroise A. Liébeault (1823-1904) und Hippolyte Bernheim (1837-1919)
Liébeault, ein bescheidener und armer Arzt, der in der Nähe von Nancy/Frankreich praktizierte, begann sich für Hypnose zu interessieren, nachdem er Braids Buch «Neurypnology» gelesen hatte. Er begann, nicht nur funktionelle, sondern auch organische Störungen mit Hypnose zu behandeln. Um nicht als Scharlatan betitelt zu werden, verzichtete er bei Patienten, die sich mit Hypnose behandeln liessen, auf sein Honorar. Im Jahre 1895 behandelte Hippolyte Bernheim, ein Professor am Medizinischen Institut in Nancy, einen Patienten erfolglos gegen seine Ischias-Schmerzen. Der Patient ging zu Liébeault, ließ sich hypnotisch behandeln und wurde sofort gesund.Bernheim, der eigentlich vorgehabt hatte, Liébeault als Scharlatan zu überführen, war augenblicklich fasziniert von der Hypnose. Die beiden begannen zusammenzuarbeiten und gründeten später die Hypnose-Schule von Nancy. Die Nancy-Schule glaubte, daß Hypnose ein psychologisches Phänomen sei, und daß Symptombeseitigung durch Hypnose harmlos sei.
Jean-Martin Charcot (1825-1893)
Jean-Martin Charcot, der größte Neurologe seiner Zeit und Chef des Frauen-Krankenhauses "Salpetrière" in Paris, glaubte, Hypnose sei ein pathologisches Phänomen und nur hysterische Menschen könnten hypnotisiert werden. Seine falschen Annahmen basierten auf Demonstrationen eines belgischen Bühnen-Hypnotiseurs sowie auf der Tatsache, daß Charcot nie jemanden hypnotisiert hatte Seine «Salpetrière-Schule» sollte ein Leben lang mit der Nancy-Schule auf Kriegsfuß stehen. Nach Charcots Tod wurde die Nancy-Schule offiziell anerkannt. Hypnose basierte offiziell auf Suggestion und wurde ein effizientes Therapie-Werkzeug.Pierre Janet (1859-1947)
Pierre Marie Felix Janet, ein Franzose, war Psychologe mit Spezialgebiet «Hysterische Neurose». Er wurde von seinem früheren Lehrer Charcot zum Direktor der Salpetrière ernannt. Janet behauptete, die Übergänge von höheren zu tieferen geistigen Vorgängen seien fließend (Bewußtsein - Unterbewußtsein).Sigmund Freud (1856-1939)
Der Wiener Arzt Sigmund Freud, Begründer der Psychoanalyse, war der erste, der das menschliche Unterbewußtsein wissenschaftlich erforschte. Freud sah allerdings das Unterbewußtsein völlig anders als es ein moderner Hypnotherapeut sehen würde. Für Freud war das Unterbewußtsein eine trübe Suppe von unterdrückten Sexual- und Todestrieben. Seine Fixierung, die vor dem Hintergrund der verklemmten Wiener Gesellschaft heute verständlich ist, war der Grund für viele seiner Schüler und Kollegen (Breuer, Adler, Jung), sich später von ihm abzuwenden.Freud hatte bei Jean-Martin Charcot Hypnose studiert und sich auch in der Nancy-Schule aufgehalten. Später widmete er sich voll seiner Technik der freien Assoziation und ließ die Hypnose fallen. Durch Freuds enormes Prestige trat die Hypnose einen Dornröschenschlaf an. Böse Zungen behaupten, Freud habe die Hypnose fallen lassen, weil sie ihm zu schnelle Resultate gebracht hätte, und daß er es vorzog, der reichen Wiener Gesellschaft die langwierige und teure Psychoanalyse zu verkaufen. Außerdem hatte Freud durch seine Kokain-Sucht ganz schlechtes Zahnfleisch, roch vermutlich aus dem Mund und hatte eine undeutliche Aussprache. Für die redeintensive Hypnotherapie war er also weniger geeignet. Aber eben, was böse Zungen so alles behaupten..
James, Hull und Estabrooks
Während der beiden Weltkriege sowie des Korea-Krieges erlebte die Hypnose eine Renaissance aufgrund der erfolgreichen Behandlung von Shell-Shock-Opfern (posttraumatisches Belastungs-Syndrom). Zu nennen sind in diesem Zusammenhang William James, Clark Hull und G.A. Estabrooks. 1955 anerkannte die Britische Ärztegesellschaft die Hypnose als wirksame Therapie. 1958 tat die amerikanische Ärztegesellschaft es ihr gleich, und heute werden Hypnose-Kurse an allen medizinischen Instituten angeboten.Milton Erickson (1901 - 1980)
Der amerikanische Arzt und Psychiater Milton Erickson war wohl eine der wichtigsten Figuren im Kampf um die offizielle Anerkennung der Hypnose als Therapieform. Ericksons Methode hat vor allem zwei hervorstechende Merkmale: Permissive Suggestion und indirekte Suggestion durch Metaphern. Allein durch Erzählen von Geschichten brachte Erickson seine Patienten dazu, in Trance zu gehen. Die gewünschten Veränderungen und Heilungen traten wie durch ein Wunder ein. Seit Erickson wissen wir, daß ein Mensch auch gegen seinen Willen in Trance gehen kann, und daß es gewisse Sprachmuster gibt, die die Trance vertiefen.Dave Elman
Dave Elman unterrichtete sein ganzes Leben lang Ärzte und Zahnärzte im Gebrauch von Hypnose. Sein Approach ist das Gegenteil von demjenigen Ericksons. Er sagt, es kommt einzig und allein darauf an, ob der Hypnotisand Anweisungen befolgen kann. Eine seiner unglaublich wirksamen schnellen Induktionstechniken ist sehr direkt: «Schließe deine Augen und tue so, als ob du sie nicht mehr öffnen könntest. Jetzt zähle von 100 bis 1 abwärts und tue so, als ob du ab 97 alle Zahlen vergessen hättest.» Mit Elmans Technik gehen 90 Prozent der Bevölkerung in eine somnambulistische Trance.Richard Bandler und John Grinder
Zwei Amerikaner, der Linguist John Grinder und der Informatiker Richard Bandler, haben in den frühen 70er Jahren drei Therapeuten und deren Methoden eingehend studiert: Den amerikanischen Arzt und Hypnose-Therapeuten Milton Erickson, die Familientherapeutin Virginia Satir und den Verhaltenstherapeuten Fritz Perls. Daraus haben die beiden ein neues, ziemlich großes Gebiet der Psychotherapie entwickelt, das zum größten Teil auf einer Art Wach-Hypnose beruht sowie der Art und Weise, wie Sprache direkt auf unser Nervensystem wirkt.Das Raffinierte am NLP sind eigentlich nicht einmal die Techniken; sie basieren größtenteils auf bestehenden therapeutischen Schulen. Das eigentliche Verdienst von Bandler und Grinder besteht aus der radikalen Umsetzung in sofortige Resultate und der Einstellung, die hinter der NLP-Therapie steht: Nämlich daß wir Menschen alle Ressourcen zur Verfügung haben, die wir brauchen, um uns zu ändern, und daß der Therapeut dem Kunden lediglich hilft, sich auf seiner eigenen geistigen Landkarte besser zurechtzufinden.
(übernommen mit schriftlicher Genehmigung von:http://www.hpz.com)


